12.03.2026, 3890 Zeichen
Die Preise für deutsche Immobilien sinken weiter. Neue Daten zeigen den dritten monatlichen Rückgang in Folge. Parallel dazu belegt eine internationale Studie: Die realen Wertsteigerungen waren in den letzten Jahren gering.
Europace-Index bestätigt Abwärtstrend
Der Europace Hauspreisindex fiel im Februar erneut – auf nun 220,03 Punkte. Seit dem Hoch im November geht es bergab. Besonders der Neubau leidet: Die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser sanken um 0,33 Prozent.
Anders sieht es bei Eigentumswohnungen aus. Hier stiegen die Preise leicht um 0,27 Prozent. Experten sehen darin einen klaren Trend: Das Wachstum findet im Bestand statt, der teure Neubau bleibt unter Druck.
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Deutschland bleibt ein Mieterland
Während die Preise leicht fallen, sinkt die Wohneigentumsquote weiter. Sie liegt aktuell bei nur rund 44 Prozent. Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich weiter Schlusslicht.
Was hält Käufer ab? Die Bauzinsen von 3,5 bis 4,0 Prozent und hohe Kaufnebenkosten. Für viele Haushalte bleibt der Traum vom Eigenheim unerschwinglich. Die Folge: Sie drängen in den eh schon angespannten Mietmarkt, besonders in den Großstädten.
Metropolen trotzen dem Trend
Eine neue Studie der DZ HYP zeigt: In den Top-7-Städten wie Berlin oder München bleibt der Wohnungsmarkt robust. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Für Investoren sind Mehrfamilienhäuser daher eine krisensichere Anlage.
Die Bewertungsregeln haben sich geändert. Nicht mehr der pauschale Wertzuwachs zählt, sondern die Vermietungsperspektive. Mikrolage, Nachhaltigkeit und aktives Management entscheiden über den Wert.
International nur mäßiges Wachstum
Ein globaler Blick relativiert den deutschen „Immobilienboom“. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) stiegen die Preise inflationsbereinigt seit 2010 nur um 0,7 Prozent pro Jahr in der Eurozone.
Von den hohen nominellen Steigerungen bleibt real also wenig übrig. Für Käufer heißt das: Sie können sich nicht mehr auf automatische Wertsteigerungen verlassen. Die Rendite muss aktiv erwirtschaftet werden.
Energieeffizienz wird zum Preistreiber
Die aktuellen Daten bestätigen einen Paradigmenwechsel. Der energetische Zustand einer Immobilie ist zum entscheidenden Faktor geworden. Für eine Wohnung der Effizienzklasse A+ zahlen Käufer bis zu 650 Euro mehr pro Quadratmeter als für ein unsaniertes Objekt der Klasse D.
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Unsanierten Bestandshäusern drohen daher massive Preisabschläge. Käufer rechnen die anstehenden Sanierungskosten sofort vom Preis ab. Das führt zu einem Transaktionsstau: Verkäufer zögern, zu niedrigeren Preisen zu verkaufen, während Käufer auf weitere Nachlässe warten.
Was kommt 2026?
Experten erwarten für dieses Jahr keine Crashs, sondern eine weitere Ausdifferenzierung. Entscheidend werden die Angebotsknappheit und die Geldpolitik der EZB. Leichte Zinssenkungen könnten die Nachfrage etwas beleben.
Doch wer auf große Preisrückgänge in Top-Lagen hofft, wird enttäuscht werden. Der Markt spaltet sich: Energieeffiziente Objekte in begehrten Lagen halten ihren Wert. Unsanierter Bestand in schwachen Regionen muss mit weiteren Verlusten rechnen.
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