18.03.2026, 4244 Zeichen
Die Bundesregierung will die Mietpreisbremse verschärfen. Nach dem Ende der Anhörungsphase geht der Referentenentwurf zur Mietrechtsreform II nun in die Ressortabstimmung. Für Vermieter bedeuten die Pläne tiefe Einschnitte. Sie müssen ihre Verträge und Strategien jetzt prüfen.
Anzeige
Angesichts der geplanten Verschärfungen bei Indexmieten und der Mietpreisbremse müssen Vermieter genau wissen, welche Spielräume ihnen 2025 noch bleiben. Dieser kostenlose Report liefert Ihnen rechtssichere Vergleichsmieten und Begründungshilfen für Ihre Stadt. In 5 Minuten wissen, was Sie 2025 wirklich verlangen dürfen
Indexmieten werden gedeckelt
Ein Kernpunkt der Reform trifft Indexmietverträge. Bisher konnten Vermieter die Miete unbegrenzt an die Inflation koppeln. Künftig soll in angespannten Märkten eine jährliche Obergrenze von 3,5 Prozent gelten. In Städten wie München oder Berlin können Eigentümer hohe Teuerungsraten dann nicht mehr vollständig weitergeben. Das verändert die Renditekalkulation für ganze Wohnungsportfolios grundlegend.
Möblierungszuschlag muss transparent sein
Das möblierte Wohnen gerät stärker in den Fokus. Um Umgehungen der Mietpreisbremse zu stoppen, müssen Vermieter den Aufschlag für Möbel künftig klar im Vertrag ausweisen. Für voll möblierte Wohnungen ist eine Pauschale von maximal fünf Prozent der Nettokaltmiete vorgesehen. Unterlässt der Eigentümer die Aufschlüsselung, gilt die Wohnung rechtlich als unmöbliert. Mieter könnten dann nur noch die niedrigere, ortsübliche Vergleichsmiete zahlen.
Kurzzeitvermietung wird eingeschränkt
Auch der Markt für Airbnb & Co. bekommt engere Grenzen. Die Vermietung zum vorübergehenden Gebrauch soll auf maximal sechs Monate beschränkt werden. Das Aneinanderreihen von Kurzzeitverträgen – sogenannte Kettenverträge – wird stark reglementiert. Die Politik reagiert damit auf die Praxis, regulären Wohnraum in Ballungszentren dem klassischen Mietmarkt zu entziehen.
Neue Regeln für die „Doppelkündigung“
Eine weitere brisante Änderung betrifft Mietrückstände. Bisher konnten Vermieter bei Zahlungsverzug gleichzeitig fristlos und ordentlich kündigen. Beglich der Mieter die Schulden, wurde nur die fristlose Kündigung unwirksam. Künftig sollen bei vollständiger Nachzahlung innerhalb der Schonfrist beide Kündigungen hinfällig werden. Diese Rettungsmöglichkeit soll es aber nur einmal pro Mietverhältnis geben.
Anzeige
Formale Fehler bei der Begründung von Mieterhöhungen führen schon heute oft zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten. Sichern Sie sich die aktuelle PDF-Analyse mit Praxis-Tipps, um Ihre Anpassungen rechtssicher und transparent zu gestalten. Aktuelle Vergleichsmieten + Praxis-Tipps – jetzt gratis herunterladen
Erleichterung bei Modernisierungen
Das Reformpaket enthält auch eine Erleichterung für Vermieter. Die Wertgrenze für das vereinfachte Verfahren bei Modernisierungsmieterhöhungen wird von 10.000 auf 20.000 Euro angehoben. Kleinere Sanierungen, wie der Heizungstausch, können so mit weniger Bürokratie auf die Miete umgelegt werden. Der Gesetzgeber reagiert damit auf die stark gestiegenen Baukosten.
Geteilte Reaktionen in der Branche
Die Reaktionen in der Immobilienwirtschaft fallen polarisiert aus. Eigentümerverbände wie Haus & Grund kritisieren die Pläne scharf. Sie warnen vor sinkenden Investitionsanreizen in Mietwohnungen. Mieterschutzverbände begrüßen dagegen die Schließung von Schlupflöchern. Sie fordern teilweise noch schärfere Sanktionen.
Für Immobilienverwalter bedeutet die Reform enormen Anpassungsbedarf. Experten raten zu einem frühzeitigen Portfolio-Check. Besonders Bestände mit vielen möblierten Wohnungen oder Indexverträgen müssen rechtzeitig angepasst werden.
Nächste Schritte bis zum Inkrafttreten
Das Bundesjustizministerium wertet nun die Stellungnahmen aus und stimmt sich mit anderen Ressorts ab. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will den finalen Entwurf noch vor der Sommerpause ins Kabinett bringen. Anschließend folgen die Beratungen in Bundestag und Bundesrat.
Experten rechnen mit Detailanpassungen im parlamentarischen Prozess. Ein Inkrafttreten wird frühestens im Herbst 2026 oder zum Jahreswechsel erwartet. Rechtsexperten raten Eigentümern dennoch, Neuverträge bereits heute im Blick auf die kommenden Regeln auszugestalten.
Börsepeople im Podcast S24/06: Susanne Bickel
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:Mayr-Melnhof, CPI Europe AG, VIG, EuroTeleSites AG, Flughafen Wien, Austriacard Holdings AG, Bajaj Mobility AG, OMV, UBM, Agrana, AT&S, Frequentis, Semperit, Oberbank AG Stamm, Amag, CA Immo, EVN, Österreichische Post, Telekom Austria, Siemens Energy, Brenntag, BASF, Henkel, Fresenius Medical Care, Beiersdorf, Merck KGaA, SAP, Airbus Group, MTU Aero Engines, Rheinmetall, Zalando.
Random Partner
BKS
Die börsenotierte BKS Bank mit Sitz in Klagenfurt, Österreich, beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und betreibt ihr Bank- und Leasinggeschäft in den Ländern Österreich, Slowenien, Kroatien und der Slowakei. Die BKS Bank verfügt zudem über Repräsentanzen in Ungarn und Italien. Mit der Oberbank AG und der Bank für Tirol und Vorarlberg AG bildet die BKS Bank AG die 3 Banken Gruppe.
>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Wiener Börse zu Mittag deutlich schwächer: Bajaj Mobility, Agrana und Te...
» Studie: Psychische Gesundheit junger Menschen auf historischem Tief ( Fi...
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Susanne Bickel, Google, Bajaj Mobility,...
» Renten steigen 2026 um 4,24 Prozent – Neue Meldepflichten für Arbeitgebe...
» Grundsicherungsreform: Jobcenter vor dem Kollaps? ( Finanztrends)
» Nebius Aktie: Shortseller gegen Wall Street ( Finanztrends)
» PayPal Aktie: FTC erhöht den Druck ( Finanztrends)
» Rio Tinto Aktie: Milliarden-Fokus auf Australien ( Finanztrends)
» Ransomware: Vom Verbrechen zum Werkzeug der Staaten ( Finanztrends)
» Von der Bank in die Redaktion: Wie Susanne Bickel den Quereinstieg in de...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wiener Börse zu Mittag deutlich schwächer: Bajaj ...
- Jumping the ship bei wikifolio 27.03.26: Microsoft
- Analysten zu FACC: "Wachstumspotenzial im aktuell...
- Frisches Research zu Porr
- Neues Kursziel für DO & CO
- wikifolio Champion per ..: Philipp Struck mit Glo...
Featured Partner Video
Börsepeople im Podcast S24/04: Stephan Kunsch
Stephan Kunsch ist Leiter Redevelopment bei der Strabag Real Estate. Wir starten diesmal mit der Porr, gehen zum Trophy-Projekt Erste Campus, die Premium Bauträger GmbH und Esterhazy Immobilien, um...
Books josefchladek.com
Raymond Thompson Jr
It’s hard to stop rebels that time travel
2025
Void
Tehching Hsieh
One Year Performance 1978–1979
2025
Void
Alessandra Calò
Ctonio
2024
Studiofaganel
Ludwig Kozma
Das Neue Haus
1941
Verlag Dr. H. Girsberger & Cie
Pia Paulina Guilmoth & Jesse Bull Saffire
Fishworm
2025
Void
