23.03.2026, 2661 Zeichen
Zehnmal in Folge die Dividende erhöht, ein Rekordergebnis im Rücken — und trotzdem hängt vieles an einem Behördenbescheid aus Bonn. E.ON steht vor einer Weichenstellung, die das 48-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm bis 2030 direkt berührt.
Ende März entscheidet die Bundesnetzagentur über den Anpassungsfaktor für Betriebskosten. Das Ergebnis fällt noch vor der Hauptversammlung am 23. April in Essen — und dürfte den Kurs bis zum nächsten Quartalsbericht am 13. Mai maßgeblich beeinflussen. Im November folgt dann die finale Entscheidung zur Gasregulierung.
Starkes Fundament, gedämpfte Prognose
Das Geschäftsjahr 2025 lieferte E.ON ein bereinigtes EBITDA von 9,8 Milliarden Euro — neun Prozent über dem Vorjahr und am oberen Ende der eigenen Prognose. Treiber war das Kernsegment Energy Networks, das sein bereinigtes EBITDA um zwölf Prozent auf 7,7 Milliarden Euro steigerte. Auf dieser Basis schlägt der Vorstand eine Dividende von 0,57 Euro je Aktie vor, nach 0,55 Euro im Vorjahr. Ex-Tag ist der 24. April, die Auszahlung folgt vier Tage später.
Für 2026 erwartet E.ON ein bereinigtes EBITDA von 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro. Der scheinbare Rückgang gegenüber 2025 ist allerdings teilweise methodisch bedingt: Ab diesem Jahr rechnet der Konzern temporäre regulatorische Effekte heraus. Mittelfristig bleibt die Zielsetzung ambitioniert — bis 2030 peilt E.ON ein bereinigtes EBITDA von 13 Milliarden Euro an.
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Regulierung als Schlüsselvariable
Das auf 48 Milliarden Euro aufgestockte Investitionsprogramm — fünf Milliarden mehr als bisher geplant — reagiert auf wachsende Netzengpässe in Europa, wo erneuerbare Energien und stromhungrige Rechenzentren um Kapazitäten konkurrieren. Ob dieses Programm in vollem Umfang umgesetzt wird, hängt jedoch von ausreichenden Regulierungsrenditen ab. Gleiches gilt für die angekündigten jährlichen Dividendensteigerungen von bis zu fünf Prozent bis 2030.
Ein positiver Bescheid der Bundesnetzagentur würde den strukturellen Wachstumspfad bestätigen. Ein enttäuschendes Ergebnis hingegen zwingt E.ON zur Überprüfung seiner Ausbaupläne — und dürfte die Aktie, die seit dem 52-Wochen-Hoch von 20,30 Euro bereits rund acht Prozent nachgegeben hat, weiter belasten.
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