28.03.2026, 2662 Zeichen
Brent-Öl über 114 Dollar, der Nasdaq-100 im Korrekturterritorium und wachsende Kriegsängste rund um den Iran: Das makroökonomische Umfeld dieser Woche hat Silber in ein komplexes Spannungsfeld manövriert. Anleger rotieren in defensive Werte und Inflationsabsicherungen — und Silber profitiert davon, wenn auch mit Einschränkungen.
Fundamentale Knappheit als Preisanker
Die Nachfrageseite liefert dabei ein klares Bild. Das Silver Institute erwartet für 2026 ein strukturelles Angebotsdefizit von 67 Millionen Unzen. Die Comex-Lagerbestände unterstreichen das: Innerhalb von fünf Monaten schrumpften die gesamten Silbervorräte um 204 Millionen auf 328 Millionen Unzen. Die tatsächlich lieferbaren, registrierten Bestände belaufen sich sogar auf nur 77 Millionen Unzen — ein historisch niedriger Wert.
Trotzdem notiert Silber noch weit unter seinen Januarhochs von über 100 Dollar je Unze. Im März allein verlor das Metall über 22 Prozent. Die jüngste Erholung ist also eher eine Gegenbewegung als eine Trendwende.
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Technisches Bild und Marktvergleich
Technisch stößt Silber bei seinem Erholungsversuch auf Widerstand. Das Tief vom 26. März bei 66,73 Dollar fungiert kurzfristig als Unterstützung. Das Gold-Silber-Verhältnis stabilisierte sich zuletzt bei rund 64, was auf eine relative Unterbewertung von Silber gegenüber Gold hindeutet.
Am Freitag zeigte Silber eine überdurchschnittliche Performance im Edelmetallvergleich: Gold legte 2,63 Prozent auf 4.495 Dollar zu, Platin stieg 0,51 Prozent auf etwa 1.870 Dollar. Reuters-Analysten sehen den Silberpreis für das Gesamtjahr 2026 im Schnitt bei 79,50 Dollar — vorausgesetzt, das industrielle Defizit und die geopolitischen Risikoprämien bleiben bestehen.
Für den gehebelten WisdomTree-ETC bedeutet dieses Umfeld erhebliche tägliche Schwankungen in beide Richtungen. Geopolitische Eskalation und Angebotsknappheit sprechen strukturell für höhere Silberpreise, der starke Rückgang seit Januar zeigt jedoch, wie schnell der dreifache Hebel Gewinne vernichten kann.
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