27.03.2026, 2991 Zeichen
Der Staat mischt sich ein — und das könnte für die Allianz teuer werden. Mit der heute vom Bundestag beschlossenen Reform der privaten Altersvorsorge tritt ein neuer Konkurrent auf den Plan: der Staat selbst.
Der Riester-Nachfolger, der ab Januar gelten soll, bringt drei neue Produktvarianten mit sich. Neben einer klassischen Vollgarantie gibt es künftig ein Modell mit 80-prozentiger Beitragsgarantie sowie ein renditeorientiertes Altersvorsorgedepot ganz ohne Garantien. Letzteres zielt direkt auf Kapitalmarkterträge ab — und greift damit in einen Bereich, den Versicherer wie die Allianz bislang als ihr Revier betrachteten.
Besonders brisant: Ergänzt wird das Angebot durch ein staatlich geführtes Standarddepot. Ein öffentlicher Träger als direkter Wettbewerber zu privaten Anbietern — das ist politisch gewollt und für die Branche alles andere als willkommen.
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Die Förderstruktur ist durchaus attraktiv gestaltet. Wer bis zu 360 Euro im Jahr einzahlt, erhält vom Staat 50 Cent pro eingezahltem Euro dazu. Für höhere Beträge bis 1.800 Euro gibt es immerhin noch 25 Cent Aufschlag je Euro. Das ergibt eine maximale Grundzulage von 540 Euro jährlich. Familien profitieren zusätzlich von einem Kinderzuschlag von 300 Euro pro Kind — sofern mindestens 25 Euro monatlich gespart werden.
Neu ist auch, dass künftig alle Selbstständigen einbezogen werden. Das vergrößert den potenziellen Kundenkreis erheblich — allerdings nicht zwingend zugunsten der Allianz, wenn das staatliche Standarddepot einfacher zugänglich und günstiger ist.
Für die Allianz stellt sich die Frage, welchen Marktanteil das staatliche Angebot tatsächlich abschöpfen wird. Das dürfte vor allem davon abhängen, wie attraktiv das öffentliche Standarddepot in der Praxis ausgestaltet wird. Versicherer mit starker Vertriebsinfrastruktur und etablierten Kundenbeziehungen haben hier strukturelle Vorteile — aber der Kostendruck, den günstigere staatliche Produkte erzeugen, ist real.
Hinzu kommt der Blick auf den Wettbewerb innerhalb der Branche: Wüstenrot & Württembergische legte 2025 operativ ein deutliches Comeback hin — das Konzernergebnis stieg von 35 auf 121 Millionen Euro. Dass die Aktie des Stuttgarter Konzerns trotz dieser Zahlen heute unter Druck gerät, zeigt, wie nervös Anleger im Versicherungssektor derzeit auf strukturelle Veränderungen reagieren. Für die Allianz-Aktie ist das ein Signal, das man nicht ignorieren sollte.
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