23.03.2026, 3306 Zeichen
Am kommenden Donnerstag öffnet der weltgrößte Elektroautohersteller seine Bücher für das abgelaufene Jahr 2025. Während die internationale Expansion auf Hochtouren läuft, schwächeln auf dem chinesischen Heimatmarkt die Verkaufszahlen. Anleger blicken nun gespannt auf die Profitabilität, um zu sehen, ob das aggressive Überseegeschäft und Kostenvorteile die heimische Schwäche kompensieren können.
Die Erwartungen der Analysten für das vierte Quartal spiegeln den aktuellen Druck wider. Schätzungen zufolge dürfte der Umsatz im Jahresvergleich um knapp elf Prozent auf 245,5 Milliarden Yuan sinken, während der Gewinn pro Aktie voraussichtlich um 29 Prozent fällt. Verantwortlich für diesen Rückgang ist vor allem die schwierige Lage in China. Im Januar und Februar 2026 sackten die kombinierten Verkaufszahlen um rund 36 Prozent ab.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Wiedereinführung der fünfprozentigen Kaufsteuer auf Elektroautos Ende 2025. Viele Konsumenten zogen ihre Käufe vor, was ein spürbares Nachfrageloch zum Jahresbeginn hinterließ. Gleichzeitig greifen Konkurrenten wie Geely und Leapmotor BYDs Kernsegment mit einer aggressiven Preispolitik an, um die Dominanz des Marktführers zu brechen.
Um dem heimischen Preiskampf zu entgehen, forciert das Management den Export. Im Februar überstiegen die Auslandsauslieferungen erstmals die Inlandsverkäufe. Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist Nordamerika. In Kanada plant der Konzern innerhalb eines Jahres die Eröffnung von 20 Autohäusern, beginnend im Großraum Toronto.
Zwar profitiert BYD von kürzlich auf 6,1 Prozent gesenkten kanadischen Importzöllen, kämpft aber mit strukturellen Nachteilen. Da importierte chinesische Fahrzeuge vom staatlichen Förderprogramm ausgeschlossen sind, haben Konkurrenten wie Hyundai einen Preisvorteil von bis zu 5.000 kanadischen Dollar. Um diese Hürden langfristig zu umgehen, evaluiert Vizepräsidentin Stella Li derzeit den Bau eines eigenen Werks in Kanada sowie mögliche Übernahmen strauchelnder westlicher Traditionshersteller.
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Langfristig bewerten viele Marktbeobachter die strukturellen Vorteile des Konzerns positiv. Das durchschnittliche Kursziel der in Hongkong gelisteten Papiere liegt bei 125,12 Hongkong-Dollar, wobei die Spanne der Schätzungen von 80,38 bis 177,20 reicht. Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil bleibt die tiefe vertikale Integration: BYD fertigt fast 80 Prozent seiner Kernkomponenten selbst – mehr als doppelt so viel wie Tesla. Diese Struktur stützt die Margen auch in einem schwierigen Marktumfeld.
Ob diese Rechnung bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgegangen ist, zeigen die finalen Zahlen am 26. März. Einen Tag später, am 27. März, entscheidet der Aufsichtsrat zudem über die Höhe einer möglichen Schlussdividende.
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