21.03.2026, 2794 Zeichen
Die Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit holt die Führungsetage des Frankfurter Instituts ein. Wegen eines ehemals geheimen Treffens mit dem UniCredit-Chef Andrea Orcel drohen dem früheren Vorstandsvorsitzenden Manfred Knof nun empfindliche finanzielle Einbußen. Gleichzeitig verschärft die aktuelle Führungsspitze den Tonfall gegenüber den italienischen Übernahmeplänen erheblich.
Im Zentrum der internen Untersuchungen steht eine Zusammenkunft vom 22. September 2024. Damals empfing Knof den UniCredit-CEO in seinem privaten Umfeld – nur wenige Tage, nachdem die Italiener erstmals bei den Frankfurtern eingestiegen waren. Weder der Aufsichtsrat noch die übrigen Vorstandsmitglieder wussten von diesem Austausch. Ein im vergangenen Herbst in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten bestätigte mittlerweile eine klare Pflichtverletzung. Als Reaktion plant der Aufsichtsrat nun, die variable Vergütung des Ex-Chefs für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 spürbar zu kürzen.
Während die internen Altlasten aufgearbeitet werden, hält die amtierende Chefin Bettina Orlopp den Druck auf die UniCredit aufrecht. Die Großbank aus Mailand hält inzwischen knapp 30 Prozent der Anteile und strebt eine Komplettübernahme der restlichen 73,98 Prozent via Aktientausch an. Orcel betonte kürzlich auf einer Konferenz in London, das Angebot diene primär dem Brechen einer Pattsituation und der Aufnahme eines Dialogs.
Orlopp wies diese Argumentation am Freitag in einer Videobotschaft an die Belegschaft entschieden zurück. Gespräche seien erst dann sinnvoll, wenn ein verbindliches Term Sheet mit klaren Parametern vorliege, das den Mehrwert für alle Beteiligten aufzeige.
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Die strikte Corporate Governance nach innen und die harte Verhandlungslinie nach außen prägen das aktuelle Bild des Instituts. Die anhaltende Unsicherheit über den Ausgang des Machtkampfes belastet derweil die Notierung. Am Freitag verzeichnete das Papier einen Rückgang von 3,79 Prozent und ging bei 30,17 Euro aus dem Handel. UniCredit rechnet bis Juni 2026 mit einer endgültigen Klärung des Übernahmeangebots, das derzeit noch diversen behördlichen Genehmigungen unterliegt. Bis zu diesem Stichtag sichert die unklare Nachrichtenlage eine anhaltend hohe Volatilität.
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