12.03.2026, 3760 Zeichen
Die Region Hannover stockt ihre Wohnraumförderung massiv auf. Ein neues, dreistufiges Modell soll den Neubau von Sozialwohnungen in Kommunen wie Pattensen wieder anschieben. Der zuständige Ausschuss hat bereits zugestimmt.
Das Herzstück der neuen Strategie ist ein zusätzlicher Zuschuss für Projektentwickler. Wer bereits Fördermittel des Landes Niedersachsen für sozialen Wohnungsbau erhält, kann künftig Geld von der Region oben drauf bekommen. Im Gegenzug sichert sich die Region sogenannte Belegungsrechte.
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Diese Rechte garantieren, dass die neuen Wohnungen ausschließlich an Haushalte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen vermietet werden. So bleibt der Wohnraum dauerhaft bezahlbar und wandert nicht in den hochpreisigen Eigentumsmarkt ab.
Für Pattensen kommt die Offensive zur rechten Zeit. Die Kommune hat historisch einen unterdurchschnittlichen Bestand an Sozialwohnungen. Die neuen finanziellen Anreize sollen Investitionen gezielt auf ausgewiesene Flächen lenken.
Profitieren sollen Gruppen, die auf dem freien Markt oft leer ausgehen: Alleinerziehende, Senioren oder Menschen in sozialen Notlagen. Auch Bewohnerinnen von Frauenhäusern oder von Wohnungslosigkeit Bedrohte sollen leichteren Zugang zu Wohnraum bekommen.
Das System der Belegungsrechte ist kein Neuland für die Region. Seit 2017 hat sie bereits Rechte für 372 Wohnungen im Bestand erworben – eine Investition von rund 19,4 Millionen Euro. Bei drei Vierteln der Wohnungen gilt die Sozialbindung für 30 Jahre.
Bisher sicherte das Konzept über 1.000 Menschen ein bezahlbares Zuhause. Jetzt wird der erfolgreiche Ansatz auf den Neubau ausgeweitet. Für Pattensen bedeutet das: Neue Mehrfamilienhäuser können von Beginn an sozial gebunden sein.
Die neuen Richtlinien sind flexibler. Gefördert werden nicht nur große Mehrfamilienhäuser, sondern auch innovative Wohnformen. Dazu zählen gemeinschaftliche Bauprojekte, altengerechte Wohnungen oder das Schließen von Baulücken.
Gerade für die ländlicheren Ortsteile Pattensens ist das wichtig. Hier passen massive Geschossbauten oft nicht ins Ortsbild. Kleinere, sozial gebundene Projekte werden so erst rentabel.
Experten sehen die Neustrukturierung als notwendigen Schritt. Hohe Bauzinsen und gestiegene Materialkosten haben den Bau bezahlbarer Mietwohnungen für private Investoren unattraktiv gemacht.
Indem die Region als zusätzlicher Geldgeber auftritt, schließt sie die Wirtschaftlichkeitslücke. Das Modell der doppelten Förderung reduziert das Risiko für Bauherren und bietet eine garantierte Abnahme. Im Vergleich zu anderen Regionen, die einen Stillstand erleben, setzt Hannover so ein starkes Signal.
Der finale Beschluss liegt nun bei der Regionsversammlung, die am 21. April tagt. Eine Zustimmung gilt als sehr wahrscheinlich, da der Handlungsdruck fraktionsübergreifend anerkannt wird.
Das Programm könnte Mitte des Jahres starten. Schon im zweiten Halbjahr 2026 könnten in Pattensen dann erste Bauanträge unter den neuen, besseren Bedingungen gestellt werden. Bis die ersten neuen Sozialwohnungen bezugsfertig sind, werden zwar noch ein bis zwei Jahre vergehen. Der Grundstein für mehr bezahlbaren Wohnraum ist aber gelegt.
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