Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Wohnungslosigkeit: Zahl obdachloser Kinder verdreifacht ( Finanztrends)

13.03.2026, 3483 Zeichen

Die Zahl wohnungsloser Minderjähriger in Deutschland hat sich fast verdreifacht. Aktuelle Daten zeigen einen alarmierenden Anstieg auf über 137.000 betroffene Kinder und Jugendliche. Experten warnen vor den Folgen einer ganzen Generation ohne stabiles Zuhause.

Dramatische Zahlen: Jeder Dritte ist ein Kind

Das Statistische Bundesamt zählte Anfang 2025 insgesamt rund 474.700 Menschen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften. Knapp 29 Prozent davon – über 137.000 – sind Minderjährige. Im Jahr 2022 lag diese Zahl noch bei etwa 47.000.

Der Anstieg verlief rasant: von 105.500 (2023) über knapp 129.000 (2024) zum aktuellen Höchststand. Auch junge Erwachsene sind stark betroffen. In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen stieg die Zahl von gut 47.000 auf über 55.500. Insgesamt sind mehr als 40 Prozent aller erfassten Wohnungslosen jünger als 25 Jahre.

Die Statistik erfasst vor allem Menschen in kommunalen Einrichtungen oder behördlich angemieteten Pensionen. Sie bildet nicht zwingend Personen ab, die komplett ohne Dach über dem Kopf leben.

Warum explodieren die Zahlen?

Hinter dem rasanten Zuwachs steckt ein Mix aus mehreren Faktoren. Behörden verweisen auf verbesserte Datenerfassung der Kommunen. Zudem schlägt sich die Aufnahme von Geflüchteten, besonders aus der Ukraine, in den Zahlen nieder.

Sozialverbände sehen jedoch tiefer liegende Probleme: strukturelle Armut und eine Krise auf dem Wohnungsmarkt. Der eklatante Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen trifft einkommensschwache Familien und junge Erwachsene hart. Bei Konflikten oder Kündigungen fehlt oft das Geld für eine neue Bleibe auf dem umkämpften Markt. Hohe Mieten in Ballungsräumen wirken als Katalysator.

Forderungen: "Wohnen muss Priorität haben"

Menschenrechtler und Sozialverbände fordern ein konsequentes Umdenken. Das Deutsche Institut für Menschenrechte betont: Notunterkünfte sind kein kindgerechtes Umfeld. Das Thema Wohnen müsse höchste politische Priorität erhalten.

Fachkräfte der Jugendsozialarbeit ordnen die Wohnungslosigkeit als klaren Ausdruck von Jugendarmut ein. Sie fordern einen massiven Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und passgenaue, begleitete Wohnformen für junge Erwachsene. Der bestehende Nationale Aktionsplan Wohnungslosigkeit gilt vielen Experten als unzureichend. Sichere Mietwohnungen werden als Grundvoraussetzung für Bildung und Teilhabe gesehen.

Kommunen unter Druck: Teure Notlösungen

Die steigenden Zahlen setzen Städte und Gemeinden massiv unter Druck. Da reguläre Notunterkünfte erschöpft sind, mieten Kommunen zunehmend Hotels, Pensionen oder Wohnungen an – eine Praxis namens Interimswohnen.

Diese Notlösungen belasten die öffentlichen Haushalte enorm. Geld, das für langfristigen Wohnungsbau gedacht ist, fließt in teure Zwischenlösungen. Gleichzeitig entsteht ein paralleler Markt, der dem regulären Mietmarkt weitere Flächen entzieht. Die Situation unterstreicht die Dringlichkeit, den Neubau bezahlbarer Mietwohnungen zu forcieren.

Keine schnelle Entspannung in Sicht

Experten erwarten für die kommenden Jahre keine Besserung. Hohe Zinsen und Baukosten bremsen den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Solange das Angebot knapp bleibt, werden die Zahlen hoch bleiben.

Fachleute fordern eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Immobilienwirtschaft. Nötig sind mehr Fördermittel für sozialen Wohnungsbau und stärkere präventive Maßnahmen gegen Zwangsräumungen. Nur eine Politik, die auf dauerhafte Mietverhältnisse statt teure Notunterkünfte setzt, kann den Trend stoppen.


(13.03.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1114: ATX schwächer, das komplette Programm des Aktientags morgen und Alles ist jetzt Anders


 

Bildnachweis

1. Trading



Aktien auf dem Radar:Uniqa, Porr, CPI Europe AG, EuroTeleSites AG, Agrana, Telekom Austria, Palfinger, Kapsch TrafficCom, DO&CO, Erste Group, FACC, Frequentis, Gurktaler AG VZ, Linz Textil Holding, Polytec Group, Rosenbauer, Semperit, Verbund, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Austriacard Holdings AG, voestalpine, Addiko Bank, Amag, CA Immo, Flughafen Wien, Österreichische Post, Deutsche Bank, Zalando, Brenntag, Fresenius Medical Care.


Random Partner

Novomatic
Der Novomatic AG-Konzern ist als Produzent und Betreiber einer der größten Gaming-Technologiekonzerne der Welt und beschäftigt mehr als 21.000 Mitarbeiter. Der Konzern verfügt über Standorte in mehr als 45 Ländern und exportiert innovatives Glücksspielequipment, Systemlösungen, Lotteriesystemlösungen und Dienstleistungen in mehr als 90 Staaten.

>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Trading


 Latest Blogs

» Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 13.3.: Semperit, Erste Group, AT&S, EVN, FACC, Verbund (...

» Wiener Börse Party #1114: ATX schwächer, das komplette Programm des Akti...

» Nachlese: Johanna Hager Deadline (audio cd.at)

» BMF legt neue Pauschbeträge für 2026 fest ( Finanztrends)

» PIR-News: Zahlen von Uniqa, News zu Strabag (Christine Petzwinkler)

» (Christian Drastil)

» Palantir Aktie: Partnerschaftswelle ( Finanztrends)

» Fiserv Aktie: Neustart unter Druck ( Finanztrends)

» Tingsvalvet Aktie: Fokus auf Zinsen ( Finanztrends)