23.11.2015, 3329 Zeichen
Tesla überzeugte nach seinem Börsenstart mit einer guten Performance und galt als Hoffnungsschimmer für Politiker und Umweltschützer. Bis jetzt konnten die Autobauer allerdings noch keine Gewinne verzeichnen. Und auch der Hype scheint langsam zu verblassen. Die Modelle sind zum einen für den Normalverbraucher meist zu teuer, zum anderen machen sinkende Ölpreise spritbetriebene Fahrzeuge wieder attraktiver.
Es stellt sich die Frage ob Elektroautos wirklich so viel sauberer sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Zur Herstellung der Batterien werden seltene Erdmetalle verwendet. Auch wenn Elektroautos während der Fahrt gute Schadstoffzahlen erzielen, entstehen bei der Produktion des Treibstoffs Emissionen. Um der obigen Frage auf den Grund zu gehen untersuchte die Union of Concerned Scientists (UCS) zwei Jahre lang unterschiedliche Modelle von Elektro- und konventionellen Autos, unter anderem auch von Tesla. Verglichen wurde nicht nur die reine Fahrtzeit, sondern der gesamte Lebenszyklus des Autos: von der Herstellung bis zum Recycling. Zwar würden bei der Herstellung von Elektrofahrzeugen mehr Schadstoffe ausgestoßen werden als bei konventionellen Autos, aber die Einsparung während der Fahrt würde dies kompensieren. Insgesamt werden beim Gebrauch von Elektrofahrzeugen über die gesamte Lebenszeit weniger als 50% der Schadstoffe ausgestoßen, die bei Autos emittiert werden, die fossile Brennstoffe verwenden.
Tesla bringt mit dem Model X den ersten Elektro-SUV auf den Markt. Bisher machte Tesla nicht viele Angaben zu dem Modell. Bekannt ist, dass er 2,3 Tonnen ziehen können soll, was für ein Elektroauto ein enormes Gewicht ist und eine Reichweite von 400 Kilometern habe. Geplant ist eine Lieferung in der zweiten Hälfte von 2016. Für ungefähr 132,000 USD soll der SUV zu erwerben sein.
Momentan verhandle Tesla-Gründer Elon Musk mit der deutschen Bundesregierung über ein Werk zur Herstellung von Batterien in Deutschland. Laut Sigmar Gabriel stünde eine Anfrage nach Subventionen im Raum. Der SPD-Politiker spricht sich bezüglich der Produktion neuer innovativer Technologien für einen Zusammenschluss mit anderen Ländern aus um "die nächste Technologiegeneration zu beherrschen". Deutsche Autobauer sollten aber nicht nur mit anderen Produzenten zusammenarbeiten um die Technologie zu beherrschen, sondern auch um hierzulande größere Produktionsstätten möglich zu machen. Daimler lehnte den Bau eines neuen Werks zu Batterieherstellung ab, da die Zellfertigung für sie zur Zeit nicht rentabel sei. Die Expansion nach Deutschland könnte somit auch einen symbolischen Wert für deutsche Autobauer haben, dass der amerikanische Konkurrent deutschen Traditionsunternehmen den Rang ablaufen könnte. Tesla Sprecherin Kathrin Shira äußerte sich zu den Gerüchten mit der Aussage, dass momentan kein Bau in Deutschland geplant sei.
Das Zwölfmonats-Kursziel der Tesla-Aktie wurde von Bloomberg-Analysten auf 294,07 USD gesetzt. Acht Analysten setzen auf Buy, sieben auf Hold und fünf auf Sell. Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen & ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.
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