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Börsenbeben: Keine Panik auf der Titanic (Tim Schäfer)

Bild: © www.shutterstock.com, Keine Panik, Don't panic http://www.shutterstock.com/de/pic-286489589/stock-photo-k...

Autor:
Tim Schäfer

Der Journalist Tim Schäfer pendelt seit dem Frühjahr 2006 zwischen New York und Deutschland. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag, eine der führenden deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für Magazine wie Der Aktionär oder die Börsenbriefe Prior Global und Prior Gold.

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09.01.2016, 3108 Zeichen

Der Dow-Jones-Index erlebte einen brutalen Absturz zum Jahresauftakt. Seit 1897 gab es das nicht. Eine kritische Woche liegt also hinter uns.

Aus der Forschung wissen wir, dass sich das Traden für die meisten Anleger nicht lohnt. Sondern es zahlt sich Geduld aus. Es liegt an mehreren Gründen.

So sparen sich Langfristanleger Gebühren fürs Traden und Steuern. Geduldige Anleger kassieren zudem die Dividende. Sie müssen wissen: Auf die Dividende entfällt 40 bis 50 Prozent der Gesamtrendite an der Börse. Schließlich profitieren Langfristanleger von den besten Tagen im Jahr. Trader können dagegen diese glorreichen Tage verpassen, dann fehlt ihnen ein Gutteil des Jahresgewinns.

Die Aktie ist das beste Asset, das es gibt. Nach Abzug der Inflation bringt der Dow Jones annualisiert 6,7 Prozent. Die Zahl ist wohlgemerkt eine Netto-Zahl, sie berücksichtigt die Geldentwertung. Anleihen, Gold und Festgeld bringen deutlich weniger.

In Aktienkrisen sollten Sie Ruhe bewahren. Und nicht in Panik verfallen und Ihre Aktien verkaufen. Ihre Aktien verkauften 2009 viele ältere Bürger, als die Börse bebte. Sie hatten schlicht Angst um ihre Ersparnisse. Die Angst ist verständlich. Aber im Rückblick bereuen es diese Leute. Denn sie könnten heute ein dickes Plus im Depot haben, wären sie nur investiert geblieben.

Unsere prähistorischen Gehirnteile hindern uns daran reich zu werden. Wir bekommen Angst und rennen in Krisen davon. So wie wir vor wilden Tieren vor tausenden Jahren wegrannten. Wir Urmenschen hielten uns bevorzugt in Gruppen auf: Das bot uns Schutz vor wilden Tieren und anderen Gefahren. Heutzutage ist Herdenverhalten gefährlich bzw. kontraproduktiv.

Stecken Sie Ihr Geld in Indexprodukte oder Qualitätsaktien. Und vergessen Sie den täglichen, wöchentlichen, jährlichen Lärm. Machen Sie das Dekaden lang. Legen Sie stets neues Geld obendrauf. Investieren, Hinzufügen, Abwarten, Hinzufügen, Abwarten, Hinzufügen…

Ihr Geld wächst mit der Zeit. Die Börse ist gar nicht so kompliziert, wie sie erscheint. Es geht ganz einfach. Die Börse ist nicht gefährlich, wenn Sie gewisse Grundregeln einhalten.

Wenn Sie langfristig zehn Prozent, besser 20 Prozent, Ihres Einkommens sparen, brauchen Sie sich keine Sorgen um Ihren Ruhestand zu machen. Meiden Sie Schulden.

Ich kenne Leute, die haben all die Dinge, die ich wünschte zu besitzen. Zum Beispiel ein Tablet, einen neuen Fernseher, neue Möbel, Putzpersonal… Aber diese Konsumleute haben keinerlei Ersparnisse. Sie sparen nicht, weil sie es nicht können. Sie haben Konsumschulden. Ja, Sparen ist hart. Meine Eltern haben mich dazu motiviert. Ich bin ihnen dafür dankbar. Die Verhältnisse, in denen ich aufwuchs, waren sehr ärmlich.

Bringen Sie Ihren Kindern bei, Verantwortung zu übernehmen. Sie sind Teil der Familie. Ihre Kinder sollten Arbeiten im Haushalt übernehmen. Sie sollten Ihren Kindern Taschengeld geben. So lernen ihre Kids in jungen Jahren, mit Geld umzugeben. Sie lernen so, wie es ist, wenn sie all das gesparte Geld auf einen Schlag ausgeben. Und plötzlich mit leeren Händen dastehen.

Im Original hier erschienen: Börsenbeben: Keine Panik auf der Titanic


(09.01.2016)

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Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Börsepeople im Podcast S25/15: Julia Bunz




Dow Jones Letzter SK:  0.00 ( -0.20%)
Gold Letzter SK:  0.00 ( -1.89%)


 

Bildnachweis

1. Keine Panik, Don't panic http://www.shutterstock.com/de/pic-286489589/stock-photo-keep-calm-and-don-t-panic.html , (© www.shutterstock.com)   >> Öffnen auf photaq.com

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