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Schwieriges Online-Buchen (Günter Luntsch)

Bild: © Martina Draper/photaq, Michael Plos (BSN) Handy

16.03.2018, 2607 Zeichen

Aus dem Börsenbrief im Sinne des Börse Social Network Club. http://www.boerse-social.com/gabb 

Ich war am Mittwoch bei der Vorstellung von Future-Trends, und da wurde ganz klar kommuniziert, dass Onlineverkäufe stark zunehmen und praktisch schon alle Lebensbereiche umfassen. Grad Onlineverkauf von Lebensmitteln boomt noch nicht.

Ich selbst mühte mich in den letzten Tagen mit der Onlinebuchung eines Fluges ab und stieß auf ärgerliche Vorgangsweisen seitens der Buchungsplattformen. Manche Kreditkarten (z.B. Diners Club) waren gar nicht erlaubt. Andere Kreditkarten führten gleich zu einer Erhöhung des Preises von mindestens 50 Euro. Debitkarten waren nicht günstiger. Gleichzeitig wurde mir angezeigt, wann immer ich den Flug neuerlich suchte, egal über welche Buchungsplattform: "Beeilen Sie sich, x Personen interessieren sich für diesen Flug!" Wenn ich also diesen Flug 6x suchte, war ich schon zu sechst. Wüsste ich nicht, dass die konkurrierenden Interessenten ohnehin ich bin, würde ich mich unter Druck gesetzt fühlen. Ziemlich arg, dass von Zahlungsmöglichkeit zu Zahlungsmöglichkeit die Endpreise abweichten, und wenn ich mich endlich für die günstigste Bezahlmöglichkeit entschieden hatte, war der günstigste Preis schon wieder (zeitweise) weg. Bei den Airlines selbst zu buchen, das war keine Alternative, die zeigen allesamt höhere Preise als die Buchungsplattformen, man ist richtiggehend gezwungen, über Dritte zu buchen und sich mit deren Zahlungsmöglichkeiten auseinander zu setzen.

Auf der Veranstaltung erfuhr ich weiter, was die Onlineverkäufer noch alles bei der Preisgestaltung berücksichtigen: Steige ich über ein iPhone ein, gelte ich gleich als "gstopft" und werde mit Preisen einer anderen Preisklasse versorgt. Und die Anbieter (bzw. deren Software) würden sogar sehen, wie der Akkustand ist: wenn es zu Ende geht, bin ich bereit, einen höheren Preis zu akzeptieren, nur um das Produkt bzw. die Dienstleistung noch im letzten Augenblick erstehen zu können, bevor ich gezwungenermaßen offline bin. Schöne neue Online-Zeit? Man wird heute halt mit anderen Methoden über den Tisch gezogen, aber grundsätzlich kann man sich der neuen Zeit nicht verwehren, die Preise sind halt trotz allem transparenter als früher. Vor allem, wenn man genug Zeit hat, alle möglichen Online-Einkaufsmöglichkeiten abzuchecken. Am Ende habe ich es tatsächlich geschafft, durch meine Zahlungsart nur 32 Euro mehr als den billigsten Preis zu zahlen. Immerhin ein Erfolg von 18 Euro gegenüber den Anfangsvorschlägen, von denen sie zuerst nicht abweichen wollten. Offenbar gewinnt doch der mit dem längeren Atem.


(16.03.2018)

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