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Der Dow Jones hängt den DAX ab (Andreas Kern)

Bild: © www.shutterstock.com, Aktienindizes, Index, Indizes, DAX, Dow Jones, NASDAQ, FTSE, Nikkei, Hang Seng http://www.shutterstock.com/de/pic-92345902/stock-photo-si...

11.09.2018, 6770 Zeichen

 

Portrait <a href= Andreas Kern" data-udi="umb://media/6dc0a03189d846a88cd0b6381a4e183f" />


Eigentlich wäre nun die Zeit, um die zurückliegende Berichtssaison noch einmal nüchtern Revue passieren zu lassen. Aber dummerweise befinden wir uns inzwischen schon mitten im traditionell unruhigen Börsenmonat September, der seinem Ruf, vor allem hierzulande, bereits alle Ehre macht. Während sich die US-Börsen von allen Krisenherden dieser Welt bislang ziemlich unbeeindruckt zeigen, stehen die europäischen Märkte erkennbar unter Beschuss. Auch der DAX ist inzwischen technisch angeschlagen. Tatsächlich kommt einiges zusammen: Das Türkei-Problem, die Drohung eines ungeregelten Brexit, die Situation in Italien, der Krieg in Syrien oder der weiter schwelende Diesel-Skandal. Zu all dem gibt es den Handelsstreit mit den USA „gratis“ obendrauf. Eine erneute Eskalation dürfte vor allem Deutschland als Export- und Auto-Nation schwer belasten. Noch tiefer liegt im DAX allerdings ein strukturelles Problem: Das Herz der digitalen Wirtschaft schlägt im Silicon Valley, nicht aber in Hamburg, Berlin, München oder Frankfurt.

Weit auseinander

Weit auseinander

Immerhin gibt es in dieser Hinsicht nun zaghafte Fortschritte. Die Aufnahme von Wirecard in den höchsten deutschen Auswahlindex – und der gleichzeitige Abstieg der Commerzbank – mag ein Hinweis darauf sein, dass der Megatrend Digitalisierung endlich auch im DAX ankommt. Mit Ausnahme von SAP und Infineon steht dieser bislang vor allem für Sektoren und Branchen, die der Wirtschaft von gestern zuzurechnen sind. Neben den Autobauern und -zulieferern zählen dazu auch die Versorger und einstige Flaggschiffe wie Bayer. Da ist es wenig überraschend, dass der Deutsche Aktienindex schon lange nicht mehr mit dem Dow Jones mithalten kann. Aufgrund der Indexzusammensetzung dürfte sich an dieser Entwicklung mittelfristig auch nicht viel ändern, zumal die US-Konzerne neben ihrem Innovationsvorsprung nun auch noch massiv von Trumps Steuerreform profitieren. Das Geld wird tendenziell weiter dorthin fließen, wo die Zukunft gehandelt wird. Für US-Aktien, insbesondere für den Technologiesektor, sind das wahrlich keine schlechten Perspektiven.

Besser als erwartet

Nach dem Ende der Berichtssaison in den USA liegen für das wikifolio „Earnings Per Share Surprise Trader“ von Christian Nüchter („Dapang“) ausreichende Daten für neue Investitionsentscheidungen vor. Das wikifolio legt schwerpunktmäßig auf dem US-Aktienmarkt in Unternehmen an, die in den letzten Quartalen die Konsensschätzungen der Analysten zum Teil deutlich übertreffen konnten. Für Nüchter lässt sich daraus ableiten, dass die für die Zukunft erwarteten Gewinne ebenfalls ansteigen dürften, was wiederum einen höheren Unternehmenswert und einen steigenden Aktienkurs zur Folge hätte.

So hält das breit diversifizierte wikifolio derzeit unter anderem Anteile am Halbleiterkonzern AMD, dem Medtech-Unternehmen Inogen und dem Sportartikelhersteller Lululemon. Zur Absicherung nutzt Nüchter gelegentlich auch Short-ETFs. Dieser Strategiemix führte in den vergangenen zwölf Monaten zu einem beachtlichen Wertzuwachs von fast 26%. Seit der Auflage im August 2012 gelang es Nüchter, den Wert seines wikifolios sogar nahezu zu verdreifachen.

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Sicherheit durch Gewinnmaximierung

Gerade in der aktuellen Börsenphase – den schwierigen Börsenmonat September haben wir schon angesprochen – scheint bei vielen Anlegern ein sicherer Hafen sehr gefragt. Auch im wikifolio „Uzunel A&W Metehan“ von Sezer Uzunel („sezeruzunel“) sind Verluste nicht gerne gesehen. Das oberste Ziel für Uzunel lautet entsprechend „Kein Geld verlieren“, wobei diese Messlatte angesichts einer Jahres-Performance von knapp siebzig (!) Prozent ziemlich bescheiden erscheint. Tatsächlich hat sich das wikifolio seit seinem Start im Januar 2015 um mehr als 275% zugelegt, also Sicherheit durch Gewinnmaximierung. Grundlage dieser beeindruckenden Entwicklung sind fundierte Unternehmensanalysen. 

Dabei folgt Uzunel zumindest implizit einem Grundsatz von Warren Buffett: Es soll nur in Geschäftsmodelle investiert werden, die man auch verstanden hat. Zurzeit hält das wikifolio Anteile an den drei TecDAX-Schwergewichten Wirecard (bald DAX), Isra Vision und Evotec. Mit dieser Auswahl demonstriert Uzunel ganz nebenbei, dass auch in Deutschland echte Wachstumsperlen auf dem Kurszettel zu finden sind.

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Weltweit zuhause

Mit seinem wikifolio „Preis und Wert Valuedepot“ fühlt sich Tobias Buchwald („TobiB“) dagegen ganz explizit dem klassischen Value-Investing verpflichtet. Kaufkandidaten findet Buchwald in allen Regionen und Ländern. Nachdem eine Aktie auf seinem „Preis und Wert Aktienblog“ vorgestellt und auf ihre Value-Qualitäten durchleuchtet wurde, kann eine Aufnahme in das wikifolio erfolgen. Zuletzt kaufte sich Buchwald beim ungarischen Billigflieger Wizz Air ein. Bei der Streuung strebt der Value-Fan eine Verteilung auf 15 bis 20 Titel an. Dabei kann es sich sowohl um Standardwerte als auch um Mid- und SmallCaps handeln. Der typische Anlagehorizont ist mittel- bis langfristig; auf schnelle Trades wird bewusst verzichtet. 

Preis und Wert Valuedepot

Dass sich diese Strategie auszahlt, belegt ein Blick auf die Wertentwicklung: Ein Zugewinn von 19% in den letzten zwölf Monaten (bzw. von +125% seit Start im Oktober 2014) kann sich fraglos sehen lassen.

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Was kommt?

Das sollten Anleger im Auge behalten

Nachdem die Berichtssaison mit der Bilanzvorlage von Bayer in dieser Woche ihr Ende gefunden hat, richten sich die Blicke nun wieder vermehrt auf Konjunkturdaten und den politischen Terminkalender. So könnte Bewegung in den Handelsstreit zwischen China und den USA kommen. Aber auch zwischen der EU und den USA sind Überraschungen auf diesem Gebiet jederzeit möglich (inklusiver neuer Trump-Tweets).

Planmäßig stehen am kommenden Mittwoch die Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone auf dem Programm. Am Donnerstag tagen dann nahezu zeitgleich die Bank of England und die EZB. Während in der Eurozone die Zinsen weiterhin auf einem historischen Tiefstand gehalten werden dürften, ist eine Zinserhöhung in Großbritannien nicht ausgeschlossen. Für die US-Wirtschaft sind vor allem die am Freitag gemeldeten Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion von Bedeutung.

 

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    Eigentlich wäre nun die Zeit, um die zurückliegende Berichtssaison noch einmal nüchtern Revue passieren zu lassen. Aber dummerweise befinden wir uns inzwischen schon mitten im traditionell unruhigen Börsenmonat September, der seinem Ruf, vor allem hierzulande, bereits alle Ehre macht. Während sich die US-Börsen von allen Krisenherden dieser Welt bislang ziemlich unbeeindruckt zeigen, stehen die europäischen Märkte erkennbar unter Beschuss. Auch der DAX ist inzwischen technisch angeschlagen. Tatsächlich kommt einiges zusammen: Das Türkei-Problem, die Drohung eines ungeregelten Brexit, die Situation in Italien, der Krieg in Syrien oder der weiter schwelende Diesel-Skandal. Zu all dem gibt es den Handelsstreit mit den USA „gratis“ obendrauf. Eine erneute Eskalation dürfte vor allem Deutschland als Export- und Auto-Nation schwer belasten. Noch tiefer liegt im DAX allerdings ein strukturelles Problem: Das Herz der digitalen Wirtschaft schlägt im Silicon Valley, nicht aber in Hamburg, Berlin, München oder Frankfurt.

    Weit auseinander

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