Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Virtuelle Strabag-Blitz-HV: Alfred Gusenbauer macht den Speedy Gonzales (Günter Luntsch)

22.06.2020, 8730 Zeichen

Virtuelle Strabag-Blitz-HV. Mein Tipp, dass es Gusi Gonzales als schnellster ARV aller Zeiten schafft, die Strabag-HV "in weit weniger als 3 Stunden, knapp mehr als 2 Stunden" hinter uns zu bringen, war richtig: Die HV am 19.6.2020 um 10 Uhr endete bereits um 12:13 Uhr. Das schaffen viele "kleine" AGs nicht. Dass Berthold Berger so wenige Fragen hatte, die so leicht beantwortet werden haben können, entlockte selbst dem ARV ein Lächeln: "Das ist schlecht." Weil wir dann noch 3 Minuten warten mussten, ob neue Fragen kommen, die alten waren beantwortet. Gut, es war eine ruhige HV ohne Auffälligkeiten.

Die HV fand (kostensparend) im strabag-eigenen Gironcoli-Kristall statt. Laut CEO Birtel "gibt es in bewegten Zeiten keinen Grund, sich auf vergangenen Lorbeeren auszuruhen". Sehr früh habe man im Kernmarkt Österreich auf Covid19 reagiert, mit Kurzarbeit, als kapitalstarkes Unternehmen sehe man sich gerüstet, man habe eigene Baumaschinen, durch die kleinteilige Struktur habe man ein niedriges Risiko, die Belegschaft werde mit Hygienebedarf versorgt, die Baustellen auch in Österreich seien mindestens 10 Tage stillgestanden. Die Leistung, also der Umsatz, sei um 2% von 16,3 auf 16,6 Mrd Euro gestiegen und habe die eigenen Prognosen übertroffen. Der Auftragsbestand sei um 3% auf 17,4 Mrd Euro gestiegen, das Ebit um 8% auf 603 Mio Euro, die Ebit-Marge liege bei 3,8%, dem Ziel von 4% bis 2022 sei man einen großen Schritt näher gekommen. Die EK-Quote sei durch die deutliche Ausweitung der Bilanzsumme (IFRS16) von 31,6% auf 31,5% gesunken.

Im Q1 sei der Umsatz um 9% auf 2,6 Mrd Euro gefallen, der Auftragsbestand sei mit 17,7 Mrd Euro weiterhin hoch und beinhalte neu akquirierte Straßenbauprojekte in Uganda und Ungarn. Der Mitarbeiterstand habe um 1% auf 73.502 abgenommen, den größten Rückgang habe es in Deutschland gegeben, fast überall in den osteuropäischen Märkten habe man aufgestockt, eine Ebit-Marge von mindestens 3,5% dürfte gehalten werden. Man schlage nach 1,30 Euro nun 0,90 Euro Dividende vor, bei Eintreten gewisser Bedingungen (1 Mrd Euro an liquiden Mitteln plus zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kredite), Extag soll der 26.11.2020 sein, Zahltag der 30.11.2020. 2019 habe der Total Shareholder Return +24% betragen, heute freilich stehe der Aktienkurs deutlich darunter, die Aktie habe sich aber deutlicher erholt als der ATX. Die Strabag besitze 7,4 Mio eigene Aktien und habe im vergangenen Geschäftsjahr keine dazu erworben. Man habe etwa 11.000 Baustellen pro Jahr.

Man habe ein klares Ziel von null Arbeitsunfällen. Stolpern, Stürzen, Rutschen höre sich nur harmlos an. Um immer an Sicherheit zu denken, bekämen die Mitarbeiter einen Sicherheitskit mit Pflaster, 70.000 solche Kits seien angefordert worden. Dieser Kit liege auch dem Geschäftsbericht bei. Anmerkung: Geschäftsbericht kostet genug Geld, da freut man sich, wenn ein kleines Geschenk beigepackt ist. Birtel sprach Verfehlungen von Mitarbeitern im Rahmen des "Baukartells" an. Die Mitarbeiter hätten geglaubt, sie täten dem Unternehmen etwas Gutes, jetzt gäbe es Schulungen, wie weit man mit einem Wettbewerber sprechen darf, die Strabag wolle einen fairen Wettbewerb. Nach Verlesung aller Tagesordnungspunkte wurde um 10:59h die Präsenz von 136 durch die besonderen Stimmrechtsvertreter vertretenen Aktionären mit 90,644.355 Aktien bekannt gegeben, das seien 82,4% des Grundkapitals. Anm: So wenige waren wir noch nie auf einer Strabag-HV, diese virtuellen HVs sind eindeutig kein Erfolgsmodell.

Ein erster Aktionär meinte, in der Tristesse der europäischen Baukonjunktur leuchte die Strabag als Stern heraus. Auf seine Frage nach Aktienbesitz bei Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat wurden wir aufgeklärt, dass die Mitglieder sich verpflichtet hätten, keine Aktien an der Strabag zu halten, wegen der strengen Insiderregeln. Auf die Frage nach der Zukunft der Dividenden an Rasperia erfuhren wir, dass am 9.4.18 das Finanzministerium der USA Oleg Deripaska auf eine Liste gesetzt habe, man dürfe daher keine Zahlungen an Rasperia leisten, solange sie Deripaska zurechenbar sei. Die Dividenden abzüglich KeSt seien rückgestellt und würden nach 3 Jahren zugunsten der Strabag verjähren, allerdings sei Rasperia derzeit verhindert, die Nichteigentümerschaft von Deripaska nachzuweisen, daher gehe man davon aus, dass die Verjährungsfrist gehemmt ist. Der Dividendenanspruch werde nicht verzinst. Eine Frage betraf ein Schweizer Unternehmen, an dem die Züblin AG zu 50% beteiligt sei, und das at.equity in der Strabag konsolidiert sei, diese Beteiligung sei auf 1 Euro abgeschrieben, eine reine Finanzgesellschaft, weitere Investitionen seien nicht geplant. Für 2,6 Mrd Euro Guthaben (davon 2,4 Mrd bei Kreditinstituten) bekomme man durchschnittlich 0,25% Zinsen. Related Partners: an die Uniqa zahle man 774.000 Euro Prämie, zu Rasperia habe man wie im Vorjahr keine Geschäftsbeziehungen. Hans-Peter Haselsteiner habe seit Ende 2019 keine Managementfunktion bei der Strabag und auch kein Büro mehr. Die erfragten "größten Verlustbringer 2019" seien ein Abwasser- bzw. ein Trinkwasserprojekt gewesen, mit einem kleinen zweistelligen Negativergebnis.

Der Spängler IQAM Standortfonds (Anm: Own Austria; Thomas Niss war unter den vier besonderen Stimmrechtsvertretern) erkundigte sich nach Verschiebungen von Großprojekten bzw. Strafzahlungen wegen der Covid-Krise. Wir erfuhren, dass die Projekte neben Österreich nur in Belgien, Italien und Albanien unterbrochen worden seien, unserer Einschätzung nach falle das unter Höhere Gewalt, die Strabag gehe nicht davon aus, wesentliche Vertragsstrafen aufgrund von Covid-Einstellungen zahlen zu müssen. Zur Präsenz chinesischer Bautrupps am Balkan meinte Vorstand Peter Krammer, die Strabag spüre noch keine Auswirkungen auf den Auftragsstand, man wolle aber auch in dieser Region nicht über den Preis konkurrieren. Was das Werben um Lehrlinge betreffe, so gehöre der Baulehrberuf zu den bestbezahlten, man werbe auf Messen durch VR-Vorführung und BIM-Vorstellung, aber auch auf Bierdeckeln und Postkarten. Anmerkung: Biertrinker sollten allerdings wissen, dass es Bier am Bau heutzutage nicht mehr gibt, bei Strabag herrscht da null Toleranz.

Leider seien im letzten Jahr 5 Todesfälle zu betrauern gewesen. Die Strabag nehme keine Covid-Überbrückungskredite in Anspruch, einzelne Gesellschafte würden in geringfügigem Ausmaß Fixkostenzuschuss beantragen. Kurzarbeit nehme man vor allem in Österreich (4.000) und Deutschland (1.200) in Anspruch. Für Kultursponsoring gebe man 4,2 Mio. Euro aus, für politisches Sponsoring gar nichts. Anmerkung: Drum können wir über das Ibiza-Video schmunzeln, andere aber nicht.

Eine Streubesitzerhöhung liege nicht in den Möglichkeiten der Gesellschaft. Die chinesische Gesellschaft sei mit Züblin mitgekauft worden, mit 2 Mitarbeitern leiste sie ausschließlich Fertigstellungsarbeiten und bringe einen geringfügigen Umsatz- und Ergebnisbeitrag, die Abwicklung stehe bevor. In Thailand produziere man Betonschwellen für den Bahnbau, die Gesellschaft bringe geringfügige Umsatz- und Ergebnisbeiträge und solle verkauft werden. Was Innovationen und Digitalprojekte (Klemens Haselsteiner unterstellt) betrifft, so habe man Hunderte Projekte, z.B. Moostech, in Lärmschutzwände integriertes Moos. Kurz sprach man noch über das 9 Mio. Euro teure Ausbildungszentrum in Ybbs, das bald fertig werde. Baustahl beziehe man über Biegebetriebe und kaum aus China, jedenfalls nach österreichischen bzw. europäischen Standards. SAP komme im Konzern nicht zum Einsatz. Man habe 2019 etwa 1 Mio Euro für Cybersicherheit ausgegeben, es habe keinen erfolgreichen Cyberangriff gegeben. 90 Personen würden aktuell der HV folgen (Anm: also nicht einmal alle offziell Anwesenden waren wirklich anwesend), darunter seien aber auch Interessenten, die HV werde offen ausgestrahlt, nicht nur Aktionäre könnten zusehen. Auflage des Geschäftsberichts sei 3.600, davon 2.100 auf Deutsch und 1.500 auf Englisch, die Kosten dafür würden bei ca. 140.000 Euro zu liegen kommen. Die Goldegger Bergbahnen seien aktuell noch geschlossen, am 27.6.2020 werde aber der Sommerbetrieb beginnen. Pro österreichischem Lehrling bekomme man "für die Lehrzeit" 2.000 Euro an Förderung. In Russland habe man nur 71,4 Mio Euro Umsatz, weil zwar die Hochbaunachfrage in Moskau gegeben sei, es aber Beschränkungen bei der Finanzierung gebe. Alle Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit beschlossen, die Wiederwahl von Gusenbauer und Brandstetter in den Aufsichtsrat erfuhr je 2% Gegenstimmen, was aber angesichts einer satten Mehrheit von 98% kaum der Rede wert ist.
Strabag ( Akt. Indikation:  24,10 /24,30, 0,21%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 22.06.)


(22.06.2020)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1054: ATX erneut fester, Erste Group nur noch minimal unter 100, Bawag auf High, Opening Bell Michael Mitterhofer




 

Bildnachweis

1. AR-Vorsitzender Alfred Gusenbauer, Strabag-HV 19.6.20   >> Öffnen auf photaq.com

Aktien auf dem Radar:VIG, Zumtobel, UBM, Pierer Mobility, EuroTeleSites AG, RHI Magnesita, ATX, ATX TR, ATX NTR, Erste Group, RBI, Frequentis, Mayr-Melnhof, Polytec Group, AT&S, CA Immo, Lenzing, Porr, Hutter & Schrantz Stahlbau, Hutter & Schrantz, VAS AG, Wienerberger, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Kapsch TrafficCom, Amag, EVN, Flughafen Wien, CPI Europe AG, Österreichische Post, Strabag.


Random Partner

Do&Co
Als Österreichisches, börsennotiertes Unternehmen mit den drei Geschäftsbereichen Airline Catering, internationales Event Catering und Restaurants, Lounges & Hotel bieten wir Gourmet Entertainment auf der ganzen Welt. Wir betreiben 32 Locations in 12 Ländern auf 3 Kontinenten, um die höchsten Standards im Produkt- sowie Service-Bereich umsetzen zu können.

>> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 12.12.: KTM, Immoeast, Robert Kastil, Michael Pistauer, ...

» Nachlese: Birgit Puck, Richard Dobetsberger, Martina Geisler, Karin Pühr...

» PIR-News: Uniqa bei Investoren, Roadshows 2026, News zu UBM, Semperit, K...

» Heute Ausgabe 2000 des #gabb, danke an Polytec! (Christian Drastil)

» Wiener Börse Party #1054: ATX erneut fester, Erste Group nur noch minima...

» Wiener Börse zu Mittag etwas fester und heute Ausgabe 2000 des #gabb: Pi...

» LinkedIn-NL: Heute Ausgabe 2000: Den täglichen Börsenbrief zur Wiener Bö...

» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Birgit Puck FMA; Karin Pühringer TUDC, ...

» ATX-Trends: RBI, Erste Group, Bawag, Mayr-Melnhof ...


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    Star der Stunde: FACC 0.87%, Rutsch der Stunde: Frequentis -0.8%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 15-16: Fabasoft(5), Strabag(2), Kontron(1), Porr(1)
    BSN MA-Event Continental
    Star der Stunde: FACC 0.96%, Rutsch der Stunde: Pierer Mobility -0.95%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 14-15: Verbund(2), Erste Group(1), UBM(1), RBI(1), Frequentis(1)
    Star der Stunde: Frequentis 1.62%, Rutsch der Stunde: RHI Magnesita -0.5%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 13-14: Kontron(2), OMV(1), Frequentis(1)
    Star der Stunde: Flughafen Wien 1.31%, Rutsch der Stunde: UBM -2.07%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 12-13: Kontron(2), Wienerberger(1), RBI(1)

    Featured Partner Video

    Offline Podcast S1/04: Wieder ein Quiz zu den 70s, 80s & 90s, Tipps auf ORF On und morgen Buchmesse (Seltenreich & Peter feat. Drastil)

    Folge 4 des Offline-Podcasts rund um den Buch-Bestseller zu den 70s, 80s & 90s ist wieder ein Offline Quiz, diesmal mit den Kandidaten Marco Seltenreich (Defending Champ) und Christian Drastil sowi...

    Books josefchladek.com

    Marjolein Martinot
    Riverland
    2025
    Stanley / Barker

    Nikola Mihov
    The Last Gift
    2025
    Self published

    Elizabeth Alderliesten
    Not Shameless
    2025
    Self published

    Paul Graham
    Beyond Caring
    1986
    Grey Editions

    Regina Anzenberger
    The Australian Journey
    2025
    AnzenbergerEdition


    22.06.2020, 8730 Zeichen

    Virtuelle Strabag-Blitz-HV. Mein Tipp, dass es Gusi Gonzales als schnellster ARV aller Zeiten schafft, die Strabag-HV "in weit weniger als 3 Stunden, knapp mehr als 2 Stunden" hinter uns zu bringen, war richtig: Die HV am 19.6.2020 um 10 Uhr endete bereits um 12:13 Uhr. Das schaffen viele "kleine" AGs nicht. Dass Berthold Berger so wenige Fragen hatte, die so leicht beantwortet werden haben können, entlockte selbst dem ARV ein Lächeln: "Das ist schlecht." Weil wir dann noch 3 Minuten warten mussten, ob neue Fragen kommen, die alten waren beantwortet. Gut, es war eine ruhige HV ohne Auffälligkeiten.

    Die HV fand (kostensparend) im strabag-eigenen Gironcoli-Kristall statt. Laut CEO Birtel "gibt es in bewegten Zeiten keinen Grund, sich auf vergangenen Lorbeeren auszuruhen". Sehr früh habe man im Kernmarkt Österreich auf Covid19 reagiert, mit Kurzarbeit, als kapitalstarkes Unternehmen sehe man sich gerüstet, man habe eigene Baumaschinen, durch die kleinteilige Struktur habe man ein niedriges Risiko, die Belegschaft werde mit Hygienebedarf versorgt, die Baustellen auch in Österreich seien mindestens 10 Tage stillgestanden. Die Leistung, also der Umsatz, sei um 2% von 16,3 auf 16,6 Mrd Euro gestiegen und habe die eigenen Prognosen übertroffen. Der Auftragsbestand sei um 3% auf 17,4 Mrd Euro gestiegen, das Ebit um 8% auf 603 Mio Euro, die Ebit-Marge liege bei 3,8%, dem Ziel von 4% bis 2022 sei man einen großen Schritt näher gekommen. Die EK-Quote sei durch die deutliche Ausweitung der Bilanzsumme (IFRS16) von 31,6% auf 31,5% gesunken.

    Im Q1 sei der Umsatz um 9% auf 2,6 Mrd Euro gefallen, der Auftragsbestand sei mit 17,7 Mrd Euro weiterhin hoch und beinhalte neu akquirierte Straßenbauprojekte in Uganda und Ungarn. Der Mitarbeiterstand habe um 1% auf 73.502 abgenommen, den größten Rückgang habe es in Deutschland gegeben, fast überall in den osteuropäischen Märkten habe man aufgestockt, eine Ebit-Marge von mindestens 3,5% dürfte gehalten werden. Man schlage nach 1,30 Euro nun 0,90 Euro Dividende vor, bei Eintreten gewisser Bedingungen (1 Mrd Euro an liquiden Mitteln plus zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kredite), Extag soll der 26.11.2020 sein, Zahltag der 30.11.2020. 2019 habe der Total Shareholder Return +24% betragen, heute freilich stehe der Aktienkurs deutlich darunter, die Aktie habe sich aber deutlicher erholt als der ATX. Die Strabag besitze 7,4 Mio eigene Aktien und habe im vergangenen Geschäftsjahr keine dazu erworben. Man habe etwa 11.000 Baustellen pro Jahr.

    Man habe ein klares Ziel von null Arbeitsunfällen. Stolpern, Stürzen, Rutschen höre sich nur harmlos an. Um immer an Sicherheit zu denken, bekämen die Mitarbeiter einen Sicherheitskit mit Pflaster, 70.000 solche Kits seien angefordert worden. Dieser Kit liege auch dem Geschäftsbericht bei. Anmerkung: Geschäftsbericht kostet genug Geld, da freut man sich, wenn ein kleines Geschenk beigepackt ist. Birtel sprach Verfehlungen von Mitarbeitern im Rahmen des "Baukartells" an. Die Mitarbeiter hätten geglaubt, sie täten dem Unternehmen etwas Gutes, jetzt gäbe es Schulungen, wie weit man mit einem Wettbewerber sprechen darf, die Strabag wolle einen fairen Wettbewerb. Nach Verlesung aller Tagesordnungspunkte wurde um 10:59h die Präsenz von 136 durch die besonderen Stimmrechtsvertreter vertretenen Aktionären mit 90,644.355 Aktien bekannt gegeben, das seien 82,4% des Grundkapitals. Anm: So wenige waren wir noch nie auf einer Strabag-HV, diese virtuellen HVs sind eindeutig kein Erfolgsmodell.

    Ein erster Aktionär meinte, in der Tristesse der europäischen Baukonjunktur leuchte die Strabag als Stern heraus. Auf seine Frage nach Aktienbesitz bei Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat wurden wir aufgeklärt, dass die Mitglieder sich verpflichtet hätten, keine Aktien an der Strabag zu halten, wegen der strengen Insiderregeln. Auf die Frage nach der Zukunft der Dividenden an Rasperia erfuhren wir, dass am 9.4.18 das Finanzministerium der USA Oleg Deripaska auf eine Liste gesetzt habe, man dürfe daher keine Zahlungen an Rasperia leisten, solange sie Deripaska zurechenbar sei. Die Dividenden abzüglich KeSt seien rückgestellt und würden nach 3 Jahren zugunsten der Strabag verjähren, allerdings sei Rasperia derzeit verhindert, die Nichteigentümerschaft von Deripaska nachzuweisen, daher gehe man davon aus, dass die Verjährungsfrist gehemmt ist. Der Dividendenanspruch werde nicht verzinst. Eine Frage betraf ein Schweizer Unternehmen, an dem die Züblin AG zu 50% beteiligt sei, und das at.equity in der Strabag konsolidiert sei, diese Beteiligung sei auf 1 Euro abgeschrieben, eine reine Finanzgesellschaft, weitere Investitionen seien nicht geplant. Für 2,6 Mrd Euro Guthaben (davon 2,4 Mrd bei Kreditinstituten) bekomme man durchschnittlich 0,25% Zinsen. Related Partners: an die Uniqa zahle man 774.000 Euro Prämie, zu Rasperia habe man wie im Vorjahr keine Geschäftsbeziehungen. Hans-Peter Haselsteiner habe seit Ende 2019 keine Managementfunktion bei der Strabag und auch kein Büro mehr. Die erfragten "größten Verlustbringer 2019" seien ein Abwasser- bzw. ein Trinkwasserprojekt gewesen, mit einem kleinen zweistelligen Negativergebnis.

    Der Spängler IQAM Standortfonds (Anm: Own Austria; Thomas Niss war unter den vier besonderen Stimmrechtsvertretern) erkundigte sich nach Verschiebungen von Großprojekten bzw. Strafzahlungen wegen der Covid-Krise. Wir erfuhren, dass die Projekte neben Österreich nur in Belgien, Italien und Albanien unterbrochen worden seien, unserer Einschätzung nach falle das unter Höhere Gewalt, die Strabag gehe nicht davon aus, wesentliche Vertragsstrafen aufgrund von Covid-Einstellungen zahlen zu müssen. Zur Präsenz chinesischer Bautrupps am Balkan meinte Vorstand Peter Krammer, die Strabag spüre noch keine Auswirkungen auf den Auftragsstand, man wolle aber auch in dieser Region nicht über den Preis konkurrieren. Was das Werben um Lehrlinge betreffe, so gehöre der Baulehrberuf zu den bestbezahlten, man werbe auf Messen durch VR-Vorführung und BIM-Vorstellung, aber auch auf Bierdeckeln und Postkarten. Anmerkung: Biertrinker sollten allerdings wissen, dass es Bier am Bau heutzutage nicht mehr gibt, bei Strabag herrscht da null Toleranz.

    Leider seien im letzten Jahr 5 Todesfälle zu betrauern gewesen. Die Strabag nehme keine Covid-Überbrückungskredite in Anspruch, einzelne Gesellschafte würden in geringfügigem Ausmaß Fixkostenzuschuss beantragen. Kurzarbeit nehme man vor allem in Österreich (4.000) und Deutschland (1.200) in Anspruch. Für Kultursponsoring gebe man 4,2 Mio. Euro aus, für politisches Sponsoring gar nichts. Anmerkung: Drum können wir über das Ibiza-Video schmunzeln, andere aber nicht.

    Eine Streubesitzerhöhung liege nicht in den Möglichkeiten der Gesellschaft. Die chinesische Gesellschaft sei mit Züblin mitgekauft worden, mit 2 Mitarbeitern leiste sie ausschließlich Fertigstellungsarbeiten und bringe einen geringfügigen Umsatz- und Ergebnisbeitrag, die Abwicklung stehe bevor. In Thailand produziere man Betonschwellen für den Bahnbau, die Gesellschaft bringe geringfügige Umsatz- und Ergebnisbeiträge und solle verkauft werden. Was Innovationen und Digitalprojekte (Klemens Haselsteiner unterstellt) betrifft, so habe man Hunderte Projekte, z.B. Moostech, in Lärmschutzwände integriertes Moos. Kurz sprach man noch über das 9 Mio. Euro teure Ausbildungszentrum in Ybbs, das bald fertig werde. Baustahl beziehe man über Biegebetriebe und kaum aus China, jedenfalls nach österreichischen bzw. europäischen Standards. SAP komme im Konzern nicht zum Einsatz. Man habe 2019 etwa 1 Mio Euro für Cybersicherheit ausgegeben, es habe keinen erfolgreichen Cyberangriff gegeben. 90 Personen würden aktuell der HV folgen (Anm: also nicht einmal alle offziell Anwesenden waren wirklich anwesend), darunter seien aber auch Interessenten, die HV werde offen ausgestrahlt, nicht nur Aktionäre könnten zusehen. Auflage des Geschäftsberichts sei 3.600, davon 2.100 auf Deutsch und 1.500 auf Englisch, die Kosten dafür würden bei ca. 140.000 Euro zu liegen kommen. Die Goldegger Bergbahnen seien aktuell noch geschlossen, am 27.6.2020 werde aber der Sommerbetrieb beginnen. Pro österreichischem Lehrling bekomme man "für die Lehrzeit" 2.000 Euro an Förderung. In Russland habe man nur 71,4 Mio Euro Umsatz, weil zwar die Hochbaunachfrage in Moskau gegeben sei, es aber Beschränkungen bei der Finanzierung gebe. Alle Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit beschlossen, die Wiederwahl von Gusenbauer und Brandstetter in den Aufsichtsrat erfuhr je 2% Gegenstimmen, was aber angesichts einer satten Mehrheit von 98% kaum der Rede wert ist.
    Strabag ( Akt. Indikation:  24,10 /24,30, 0,21%)

    (Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 22.06.)


    (22.06.2020)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Wiener Börse Party #1054: ATX erneut fester, Erste Group nur noch minimal unter 100, Bawag auf High, Opening Bell Michael Mitterhofer




     

    Bildnachweis

    1. AR-Vorsitzender Alfred Gusenbauer, Strabag-HV 19.6.20   >> Öffnen auf photaq.com

    Aktien auf dem Radar:VIG, Zumtobel, UBM, Pierer Mobility, EuroTeleSites AG, RHI Magnesita, ATX, ATX TR, ATX NTR, Erste Group, RBI, Frequentis, Mayr-Melnhof, Polytec Group, AT&S, CA Immo, Lenzing, Porr, Hutter & Schrantz Stahlbau, Hutter & Schrantz, VAS AG, Wienerberger, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Kapsch TrafficCom, Amag, EVN, Flughafen Wien, CPI Europe AG, Österreichische Post, Strabag.


    Random Partner

    Do&Co
    Als Österreichisches, börsennotiertes Unternehmen mit den drei Geschäftsbereichen Airline Catering, internationales Event Catering und Restaurants, Lounges & Hotel bieten wir Gourmet Entertainment auf der ganzen Welt. Wir betreiben 32 Locations in 12 Ländern auf 3 Kontinenten, um die höchsten Standards im Produkt- sowie Service-Bereich umsetzen zu können.

    >> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)

    » Börsegeschichte 12.12.: KTM, Immoeast, Robert Kastil, Michael Pistauer, ...

    » Nachlese: Birgit Puck, Richard Dobetsberger, Martina Geisler, Karin Pühr...

    » PIR-News: Uniqa bei Investoren, Roadshows 2026, News zu UBM, Semperit, K...

    » Heute Ausgabe 2000 des #gabb, danke an Polytec! (Christian Drastil)

    » Wiener Börse Party #1054: ATX erneut fester, Erste Group nur noch minima...

    » Wiener Börse zu Mittag etwas fester und heute Ausgabe 2000 des #gabb: Pi...

    » LinkedIn-NL: Heute Ausgabe 2000: Den täglichen Börsenbrief zur Wiener Bö...

    » Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Birgit Puck FMA; Karin Pühringer TUDC, ...

    » ATX-Trends: RBI, Erste Group, Bawag, Mayr-Melnhof ...


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      Star der Stunde: FACC 0.87%, Rutsch der Stunde: Frequentis -0.8%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 15-16: Fabasoft(5), Strabag(2), Kontron(1), Porr(1)
      BSN MA-Event Continental
      Star der Stunde: FACC 0.96%, Rutsch der Stunde: Pierer Mobility -0.95%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 14-15: Verbund(2), Erste Group(1), UBM(1), RBI(1), Frequentis(1)
      Star der Stunde: Frequentis 1.62%, Rutsch der Stunde: RHI Magnesita -0.5%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 13-14: Kontron(2), OMV(1), Frequentis(1)
      Star der Stunde: Flughafen Wien 1.31%, Rutsch der Stunde: UBM -2.07%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 12-13: Kontron(2), Wienerberger(1), RBI(1)

      Featured Partner Video

      Offline Podcast S1/04: Wieder ein Quiz zu den 70s, 80s & 90s, Tipps auf ORF On und morgen Buchmesse (Seltenreich & Peter feat. Drastil)

      Folge 4 des Offline-Podcasts rund um den Buch-Bestseller zu den 70s, 80s & 90s ist wieder ein Offline Quiz, diesmal mit den Kandidaten Marco Seltenreich (Defending Champ) und Christian Drastil sowi...

      Books josefchladek.com

      Krass Clement
      Født af mørket
      2025
      Gyldendal

      Ció Prat i Bofill
      Milions d’estels i un somni
      2025
      Self published

      Dominique Lapierre, Jean-Pierre Pedrazzini, René Ramon
      So lebt man heute in Rußland
      1957
      Blüchert

      Daniele Torriglia
      Il senso della presenza
      2025
      Self published

      Paul Graham
      Beyond Caring
      1986
      Grey Editions