09.03.2026, 3932 Zeichen
Der Nahost-Konflikt hat den globalen Energiemarkt mit voller Wucht getroffen. Nach Luftangriffen auf iranische Ölanlagen und der faktischen Blockade der Straße von Hormuz schießen die Ölpreise auf Rekordniveau. Die Weltwirtschaft steht vor einer schweren Stagflationskrise.
Straße von Hormuz: Die blockierte Lebensader des Welthandels
Der Hauptgrund für den historischen Preissprung ist die Lähmung der Straße von Hormuz. Diese strategische Wasserstraße ist normalerweise für etwa 20 Prozent der globalen Ölversorgung verantwortlich – rund 15 Millionen Barrel täglich. Doch jetzt liegen die meisten Handelsschiffe vor Anker oder weichen aus.
Eine Analyse von Goldman Sachs zeigt ein dramatisches Bild: Der Ölfluss durch die Meerenge ist auf nur noch 10 Prozent des üblichen Volumes eingebrochen. Die Folge: Exportnationen wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate können ihr gefördertes Öl nicht mehr abtransportieren. Ihre Lager laufen voll, die Produktion muss gedrosselt werden.
Katar warnt bereits vor einem kompletten Produktionsstopp. Sollte der Konflikt anhalten, könnten alle Golfstaaten binnen Wochen die Force Majeure erklären und ihre Förderung einstellen. Für Europa und Asien, die auf diese Lieferungen angewiesen sind, wäre das eine Katastrophe.
Stagflations-Alarm an den Weltbörsen
Die Märkte reagieren mit Panikverkäufen. Als der Handel am Montag begann, stürzten asiatische Indizes ab: Der japanische Nikkei verlor über sieben Prozent, Südkoreas KOSPI sogar mehr als acht Prozent. Die größte Sorge der Ökonomen heißt Stagflation – also stagnierendes Wachstum bei gleichzeitig hoher Inflation.
Die aktuelle Ölkrise könnte die Folgen des Ukraine-Krieges bei Weitem übertreffen. Analysten von Goldman Sachs warnen vor einem Ölpreis von 150 Dollar noch im März. Ein solcher Preisschock wäre 17-mal größer als der nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine.
Für die exportstarke deutsche Industrie sind das schlechte Nachrichten. Höhere Energie- und Transportkosten belasten die Produktion und treiben die Inflation weiter an. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte gezwungen sein, ihre angekündigten Zinssenkungen auf Eis zu legen – eine gefährliche Bremse für die Konjunktur.
USA: Spritpreise schießen in die Höhe
Die Krise ist für Verbraucher bereits spürbar. In den USA schnellte der Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin (ca. 3,78 Liter) innerhalb einer Woche um 47 Cent auf 3,45 Dollar. Experten rechnen damit, dass die Marke von vier Dollar noch diese Woche fallen könnte – ein Niveau, das seit Ende 2022 nicht mehr erreicht wurde.
Die US-Regierung zeigt sich dennoch entschlossen. Präsident Donald Trump verteidigte die Militäroperationen auf sozialen Medien als notwendiges Opfer, um die iranische Nuklearbedrohung zu beseitigen. Energieminister Chris Wright versicherte, der Preisanstieg sei nur vorübergehend. Die Märkte scheinen dieser Einschätzung nicht zu trauen.
Globale Lieferketten am Abgrund
Für den Welthandel bedeutet die Krise ein operatives Chaos. Die Zerstörung von Infrastruktur wie Öldepots und Entsalzungsanlagen macht etablierte Prozesse obsolet. Reedereien können keine Seeversicherung mehr für Fahrten in den Persischen Golf erhalten – der Handel liegt praktisch still.
Compliance-Abteilungen kämpfen mit Notfall-Routings, Force-Majeure-Erklärungen und einem sich ständig ändernden Sanktionsregime. Die Störung betrifft nicht nur Rohöl, sondern auch Flüssiggas und allgemeine Fracht. Unternehmen müssen sich teuer um alternative Lieferanten bemühen.
Die Zukunft der Weltwirtschaft hängt nun an einem seidenen Faden. Gelingt es nicht binnen eines Monats, die Straße von Hormuz wieder sicher zu machen, droht ein beispielloser Energiemangel. Regierungen müssten dann strategische Ölreserven in riesigem Umfang freigeben, um die Preise zu stabilisieren. Doch solange die Lieferketten im Nahen Osten unterbrochen sind, bleibt die globale Konjunktur extrem anfällig für weitere Schocks.
Wiener Börse Party #1110: ATX mehr als 2 Prozent tiefer, Verbund gesucht, Andritz vielversprechend und Gabler statt Babler
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:FACC, CPI Europe AG, RHI Magnesita, Austriacard Holdings AG, Agrana, Kapsch TrafficCom, OMV, Verbund, DO&CO, Palfinger, RBI, Strabag, Uniqa, VIG, Mayr-Melnhof, Lenzing, Erste Group, ATX, AT&S, ATX NTR, Bawag, Bajaj Mobility AG, Wienerberger, voestalpine, ATX TR, ATX Prime, Amag, Porr, Polytec Group, Rath AG, SBO.
Random Partner
Österreichische Post
Die Österreichische Post ist der landesweit führende Logistik- und Postdienstleister. Zu den Hauptgeschäftsbereichen zählen die Beförderung von Briefen, Werbesendungen, Printmedien und Paketen. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in zwölf europäischen Ländern.
>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Österreich-Depots: Anders als beim ATX ist bei Stockpicking Österreich n...
» Börsegeschichte 9.3.: Extremes zu Bawag und Polytec (Börse Geschichte) (...
» ATX rutscht unter Jahresstartwert – Verbund trotzt der Abwärtsbewegung (...
» Nachlese: Gunter Deuber, Melanie Steiner Strabag Real Estate, mumak.me, ...
» Wiener Börse Party #1110: ATX mehr als 2 Prozent tiefer, Verbund gesucht...
» Koalition am Scheideweg: Steuerstreit spaltet Schwarz-Rot ( Finanztrends)
» KI-Tools führen zu neuem Burnout-Risiko ( Finanztrends)
» Almonty Industries Aktie: Analysten drehen auf ( Finanztrends)
» ANG Lifesciences Aktie: Margen im Fokus ( Finanztrends)
» Wiener Börse zu Mittag deutlich schwächer: Verbund, Flughafen und Agrana...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wiener Börse: ATX geht 1,76 Prozent tiefer aus de...
- Wiener Börse Nebenwerte-Blick: Rath steigt 4 Prozent
- Wie RHI Magnesita, Bajaj Mobility AG, Polytec Gro...
- Wie voestalpine, DO&CO, Wienerberger, SBO, Verbun...
- Österreich-Depots: Anders als beim ATX ist bei St...
- Börsegeschichte 9.3.: Extremes zu Bawag und Polyt...
Featured Partner Video
Börsepeople im Podcast S23/16: Tobias Hermeling
Tobias Hermeling ist ein Künstler, der den Begriff der Serie "Börsepeople" in eine neue, zusätzliche Richtung, bringen könnte, dies als Interaktion mit Räumen und Figuren. Vor wenigen Tagen hatte m...
Books josefchladek.com
Livio Piatti
Schtetl Zürich
2001
Offizin Verlag
Pedro J. Saavedra
Donde el viento da la vuelta
2023
Self published
