10.03.2026, 4269 Zeichen
Bayer steht dieser Tage vor einem ungewöhnlich dichten Programm: Innerhalb weniger Wochen fallen wichtige Entscheidungen im jahrelangen Roundup-Rechtsstreit, die Jahresergebnisse 2025 liegen auf dem Tisch – und Insider greifen bei der eigenen Aktie zu. Für den Konzern könnte der März 2026 zum entscheidenden Zwischenfazit werden.
Roundup-Vergleich: Vorläufiges Grünes Licht
Am 4. März erteilte der 22nd Judicial Circuit Court of Missouri dem vorgeschlagenen Roundup-Sammelvergleich eine vorläufige Genehmigung. Das Volumen beläuft sich auf bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar und soll den überwiegenden Teil der rund 65.000 offenen Klagen beilegen. Kläger werfen dem Unkrautvernichter Glyphosat einen Zusammenhang mit Non-Hodgkin-Lymphomen vor.
Die Zahlungen sind auf bis zu 21 Jahre gestreckt und sollen künftige Schadensersatzforderungen deckeln. Innerhalb von zehn Tagen muss Bayer 500 Millionen Dollar in einen Verwaltungsfonds einzahlen. Betroffene Kläger haben bis zum 4. Juni Zeit, dem Vergleich zu widersprechen.
Allerdings knüpfte CEO Bill Anderson die Tragfähigkeit des Deals an eine Beteiligung „sehr nah" an 100 Prozent. Liegt die Teilnahmequote zu niedrig, kann Bayer die Vereinbarung kündigen. Parallel dazu prüft der US Supreme Court, ob Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf dem Glyphosat-Produkt durch Bundesrecht präemptiert werden – mit mündlichen Verhandlungen am 27. April und einer erwarteten Entscheidung im Juni. Die abschließende Fairness-Anhörung folgt am 9. Juli 2026.
Zahlen 2025: Operative Ziele erreicht, Nettoverlust durch Rechtslasten
Der Konzernumsatz 2025 lag bei 45,6 Milliarden Euro, währungsbereinigt ein Plus von 1,1 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 4,5 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie um 2,8 Prozent auf 4,91 Euro. Unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro – verursacht durch hohe Sonderaufwendungen für Rechtsfälle.
Der freie Cashflow brach um 32,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro ein. Die Nettofinanzverschuldung sank zum Jahresende 2025 auf 29,8 Milliarden Euro, ein Rückgang von 8,5 Prozent gegenüber Ende 2024. Für das laufende Jahr erwartet Bayer jedoch, dass die Schulden durch Rechtszahlungen von rund 5 Milliarden Euro wieder auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen. Die vorgeschlagene Dividende bleibt mit 0,11 Euro je Aktie unverändert.
Anzeige
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bayer?
Für 2026 rechnet Bayer mit einem Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro, gleichzeitig aber mit einem negativen freien Cashflow von minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro – ein klares Zeichen, dass die Rechtslasten das operative Geschäft noch längere Zeit belasten werden. Das laufende Kostensenkungsprogramm „Dynamic Shared Ownership" soll Einsparungen von zwei Milliarden Euro bringen und die Belastung mittelfristig abfedern.
Insider kaufen, Pipeline liefert Daten
Dass zwei Führungskräfte nach der Jahresprognose und dem Roundup-Meilenstein eigene Aktien gekauft haben, dürfte manchen Beobachter zumindest aufhorchen lassen. Die Aktie notiert derzeit rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro und hat im vergangenen Monat knapp 17 Prozent verloren.
Aus der Pipeline kamen auf dem Europäischen Radiologiekongress in Wien neue Phase-III-Daten zu Gadoquatrane, einem MRT-Kontrastmittel mit reduzierter Gadolinium-Dosis. Die Ergebnisse zeigen vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit bei 60 Prozent geringerer Dosierung gegenüber etablierten Mitteln. Zulassungsanträge laufen in den USA, der EU, Japan und China.
Entscheidend für das weitere Kursbild wird die Teilnahmequote im Roundup-Vergleich sowie das Supreme-Court-Urteil, das im Sommer erwartet wird. Fällt beides zugunsten Bayers aus, dürfte sich ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor auflösen – der Konzern hätte dann erstmals seit Jahren eine halbwegs klare juristische Perspektive.
Anzeige
Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 10. März liefert die Antwort:
Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Wiener Börse Party #1148: ATX macht nach schlechten Politik-Signalen wieder gut, FACC gesucht, kein Sound of Silence beim Trading Volume
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:Mayr-Melnhof, Flughafen Wien, AT&S, Zumtobel, FACC, Lenzing, OMV, Polytec Group, Palfinger, Fabasoft, Rosgix, Bajaj Mobility AG, VIG, Bawag, Marinomed Biotech, Erste Group, Athos Immobilien, BTV AG, DO&CO, RBI, voestalpine, Wolftank-Adisa, Wiener Privatbank, Rosenbauer, Semperit, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Amag, CA Immo, EuroTeleSites AG, CPI Europe AG.
Random Partner
UBS
UBS bietet weltweit finanzielle Beratung und Lösungen für private, institutionelle und Firmenkunden als auch für private Kundinnen und Kunden in der Schweiz. UBS mit dem Hauptsitz in Zürich hat eine weltweite Präsenz in allen wichtigen Finanzmärkten.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Die Plauderläufe sind zurück (Christian Drastil)
» Wiener Börse Party #1148: ATX macht nach schlechten Politik-Signalen wie...
» Wiener Börse zu Mittag fester: FACC, Bawag und Uniqa gesucht
» LinkedIn-NL: Das Comeback der Plauderläufe
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. AT&S, Polytec, Semperit
» ATX-Trends: Semperit, AT&S, Andritz, Erste Group, RBI ...
» Österreich-Depots: Freundlicher Start in den Mai (Depot Kommentar)
» ATX startet verhalten in den Mai – AT&S nähert sich der 100-Euro-Marke (...
» Börsegeschichte 4. Mai: C.A.T. oil, Wienerberger (Börse Geschichte) (Bör...
» Wiener Börse Party #1147: ATX zum Mai-Start etwas leichter, AT&S flirtet...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Die Plauderläufe sind zurück (Christian Drastil)
- Novomatic-Tochter Greentube übernimmt tschechisch...
- Wiener Börse Party #1148: ATX macht nach schlecht...
- Wiener Börse zu Mittag fester: FACC, Bawag und Un...
- Uniqa will Anleihe zurückkaufen
- Deutsche Bank hebt Kursziel für Erste Group-Aktie an
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1134: ATX schaut sich erstmals die 5900 an, Bawag erstmals die 150, dies am Tag 2 der Zürs-Konferenz
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Ralph Gibson
The Somnambulist
1970
Lustrum Press
Daido Moriyama
A Hunter (English Version
2019
Getsuyosha, bookshop M
John Gossage
LAMF (Special Edition)
2026
Magic Hour Press
