14.03.2026, 4622 Zeichen
Der deutsche Biotech-Konzern Evotec startet ein radikales Sparprogramm. Bis zu 800 Stellen werden gestrichen und vier Standorte weltweit geschlossen – darunter München.
Das Hamburger Unternehmen reagiert damit auf einen schwachen Markt für Auftragsforschung und eine düstere Gewinnprognose für 2026. Der neue Transformationsplan „Horizon“ sieht vor, das globale Standortnetz von aktuell 14 auf nur noch 10 Zentren zu verschlanken. Neben dem kompletten Aus für den Standort München trifft es auch Jobs an der Hamburger Konzernzentrale.
Anzeige
Wenn betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen drohen, müssen Arbeitnehmervertreter jetzt die richtigen Strategien für den Interessenausgleich wählen. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Betriebsräte dabei, rechtssichere Verhandlungen zu führen und das beste Ergebnis für die Belegschaft zu sichern. Erfolgreiche Strategien für den Sozialplan jetzt gratis sichern
Harte Einschnitte für deutsche Standorte
Die Auswirkungen in Deutschland sind massiv. Die Niederlassung in München wird nach Unternehmensangaben vollständig aufgelöst. Auch am Hauptsitz in Hamburg wird es zu Entlassungen kommen. Weltweit sollen bis zu 800 Stellen wegfallen – das entspricht fast einem Sechstel der Belegschaft von zuletzt 4.500 bis 4.800 Mitarbeitern.
Neben den deutschen Standorten werden auch Standorte im britischen Abingdon, im US-amerikanischen Framingham und im französischen Lyon geschlossen. Die Führung verspricht sich von der Konzentration auf weniger, leistungsstarke Zentren mehr Effizienz. Für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet dies jedoch den Verlust ihrer Jobs und das Ende dezentraler Forschungsstrukturen.
Finanznot zwingt zum Sparkurs
Der harte Sparkurs ist eine direkte Reaktion auf massive finanzielle Probleme. Für 2026 erwartet Evotec einen weiteren Umsatzrückgang auf 700 bis 780 Millionen Euro. Noch alarmierender ist die Prognose für das bereinigte Ergebnis (EBITDA): Es könnte auf null bis 40 Millionen Euro einbrechen.
Das „Horizon“-Programm soll bis Ende 2027 jährlich 75 Millionen Euro an strukturellen Kosten einsparen. Der Preis dafür ist hoch: Allein für Restrukturierungsmaßnahmen sind Barausgaben von rund 100 Millionen Euro zwischen 2026 und 2028 veranschlagt. Die Geschäftsführung unter CEO Christian Wojczewski setzt damit Kostensenkung klar vor den Erhalt von Arbeitsplätzen.
Belastete Belegschaft und schwierige Verhandlungen
Anzeige
Angesichts massiver Stellenstreichungen stehen oft Aufhebungsverträge im Raum, doch ein einziger Fehler in der Formulierung kann bereits teure Konsequenzen für die Abfindung haben. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Arbeitsverhältnisse rechtssicher beenden und kostspielige Fallstricke vermeiden. Kostenlose Musterformulierungen für Aufhebungsverträge herunterladen
Für die Belegschaft und die Betriebsräte bedeutet die Ankündigung eine enorme Belastung. Die geplanten Stellenstreichungen müssen nun nach deutschem Recht umgesetzt werden. Das erfordert intensive Verhandlungen über Sozialpläne, Abfindungen und mögliche Transfergesellschaften.
Die Moral der Mitarbeiter ist ohnehin angeschlagen. Denn „Horizon“ folgt direkt auf das vorherige Sparprogramm „Priority Reset“, das ab 2024 rund 600 Jobs kostete – deutlich mehr als ursprünglich geplant. Seit über zwei Jahren leben die Beschäftigten damit in anhaltender Unsicherheit.
Die verbleibenden Mitarbeiter müssen sich auf eine intensivierte Arbeitsbelastung einstellen. Das Unternehmen will seine Produktivitätsziele mit deutlich weniger Personal erreichen und setzt verstärkt auf höher margenstarke, technologiegetriebene Geschäftsfelder.
Börse bestraft Pläne – Management sieht Licht am Horizont
Die Finanzmärkte quittierten die Ankündigungen am 10. März mit einem deutlichen Kurssturz. Anleger reagierten schockiert auf die hohen Restrukturierungskosten und den erwarteten Gewinneinbruch.
Trotz der kurzfristigen Schockwirkung hat das Management eine langfristige Vision: Nach dem Übergangsjahr 2026 will Evotec wieder skalierbar wachsen. Bis 2030 peilt der Konzern einen Umsatz von über einer Milliarde Euro an. Ab 2028 soll die EBITDA-Marge wieder über 20 Prozent liegen.
Diese Erholung soll vor allem von leistungsstarken Einheiten wie Just-Evotec Biologics getragen werden, die 2025 ein Wachstum von etwa 40 Prozent verzeichnete. Die traditionellen, schwächelnden Geschäftsbereiche in der Wirkstoffforschung hingegen tragen die Hauptlast des aktuellen Stellenabbaus. Der Erfolg von „Horizon“ hängt nun nicht nur von der finanziellen Sanierung, sondern auch davon ab, wie gut der tiefgreifende Wandel für die verunsicherte Belegschaft zu managen ist.
Wiener Börse Party #1134: ATX schaut sich erstmals die 5900 an, Bawag erstmals die 150, dies am Tag 2 der Zürs-Konferenz
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:Rosenbauer, Österreichische Post, RBI, EuroTeleSites AG, Semperit, Austriacard Holdings AG, Amag, VIG, Uniqa, Bajaj Mobility AG, Bawag, Frequentis, CA Immo, Erste Group, SBO, AT&S, SW Umwelttechnik, BKS Bank Stamm, Athos Immobilien, BTV AG, Oberbank AG Stamm, CPI Europe AG, Telekom Austria, RHI Magnesita.
Random Partner
RBI
Die Raiffeisen Bank International ist eine der führenden Corporate- und Investment-Banken Österreichs und in 11 Märkten Zentral- und Osteuropas als Universalbank tätig. Darüber hinaus bietet der RBI-Konzern zahlreiche weitere Finanzdienstleistungen an, zum Beispiel in den Bereichen Leasing, Asset Management und M&A.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» ATX durchbricht erstmals die 5900-Punkte-Marke – BAWAG-Deal treibt den M...
» Österreich-Depots: Stärker (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 14.4.: Post, Telekom und bitte wieder so wie 2009 (Börse...
» Nachlese: Richard Dittrich (audio cd.at)
» PIR-News: Bawag, Kontron, Andritz, Marinomed, CPI Europe, Reploid, AT&S,...
» Wiener Börse Party #1134: ATX schaut sich erstmals die 5900 an, Bawag er...
» Wiener Börse zu Mittag schon wieder auf Rekordkurs: AT&S, Bawag und Freq...
» ATX-Trends: Post, Marinomed, VIG ...
» Österreich-Depots: Starker Wochenstart (Depot Kommentar)
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wiener Börse: ATX legt am Dienstag 1,74 Prozent zu
- Wiener Börse Nebenwerte-Blick: Frequentis steigt ...
- Wie Frequentis, RHI Magnesita, Rosenbauer, SW Umw...
- Wie Bawag, AT&S, Uniqa, Verbund, EVN und OMV für ...
- ATX durchbricht erstmals die 5900-Punkte-Marke – ...
- Österreich-Depots: Stärker (Depot Kommentar)
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1121: ATX etwas fester, Flughafen Wien gesucht, Take my breath away Research und European Lithium feat. Trump
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Jack Davison
13–15 November. Portraits: London
2026
Helions
Daido Moriyama
Farewell Photography (English Version
2018
Getsuyosha, bookshop M
Dean Garlick
100 Sculptural Circumstances
2025
Lodge Press
