14.03.2026, 3455 Zeichen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken informierte sich im Universitätsklinikum Dresden über das bundesweite Versorgungsnetzwerk PEDNET-LC. Das Projekt soll die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID und ähnlichen Syndromen verbessern. Schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen.
41 Millionen für ein bundesweites Netzwerk
Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Projekt vier Jahre lang mit 41 Millionen Euro. Insgesamt 65 Kliniken und Forschungsinstitute sind beteiligt. Die Gesamtkoordination liegt beim Chronischen Fatigue Centrum der Technischen Universität München (TUM). Von dort aus werden einheitliche Versorgungsstandards entwickelt.
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Dresden als zentraler Knotenpunkt
Das Universitätsklinikum Dresden ist eines von 20 spezialisierten Versorgungszentren im Netzwerk. Seit Anfang 2025 behandelt die Spezialambulanz junge Patienten mit langanhaltenden Symptomen nach Infektionen. Die Mehrheit der Betroffenen ist zwischen zwölf und 18 Jahre alt. Typische Beschwerden sind extreme Erschöpfung, Kreislaufprobleme und anhaltende Schmerzen.
PD Dr. Nicole Töpfner, Oberärztin in Dresden, koordiniert als stellvertretende Gesamtprojektleiterin den Aufbau dieser 20 Zentren. Die dort gesammelten Behandlungsdaten fließen direkt in die übergeordnete Forschung ein.
Ganzheitliche Behandlung im Fokus
Die Therapie ist komplex, denn es gibt keinen einfachen Test für Long COVID. Die Diagnose erfolgt über klinische Kriterien und den Ausschluss anderer Ursachen. In den Zentren arbeiten daher Teams aus Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen zusammen.
Gesundheitsministerin Warken betonte die Wichtigkeit dieser interdisziplinären Ambulanzen. Der Fokus liege nicht nur auf der Medizin, sondern auch auf der Unterstützung der Familien und dem Zugang zu Bildung.
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Forschung holt lange Versäumtes auf
Die Datenlage zu Long COVID bei Kindern und Jugendlichen ist noch lückenhaft. Lange wurde das Problem unterschätzt, da schwere Akutverläufe seltener sind. Die Gründung von PEDNET-LC gilt als überfällige Reaktion.
Vor der Pandemie waren Syndrome wie ME/CFS selbst in Fachkreisen wenig bekannt. Die jetzt bereitgestellten Mittel und die systematische Vernetzung markieren einen Wendepunkt. Forscher erhoffen sich durch die Analyse von Versorgungsdaten tiefere Erkenntnisse über die tatsächliche Verbreitung und wirksame Therapien.
Blaupause für die Zukunft?
Das Projekt läuft gesichert bis Ende 2028. Ein Ziel ist es, auch schwer erkrankte, bettlägerige Jugendliche früher zu erreichen. Geplant ist zudem, Unterstützung besser in Schulen zu integrieren.
Kann das Netzwerk die Versorgung tausender junger Patienten nachhaltig verbessern? Erfolgreiche Ansätze sollen nicht nur bei Long COVID helfen, sondern auch als Vorbild für die Behandlung anderer komplexer chronischer Erkrankungen im Kindesalter dienen.
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