17.03.2026, 2793 Zeichen
Der Einbruch des operativen Gewinns von 5,64 Milliarden auf 413 Millionen Euro im Jahr 2025 zwingt Porsche zu einem radikalen Kurswechsel. Neuer CEO Michael Leiters hat rund 70 Tage nach seinem Amtsantritt die Konturen der „Strategy 2035" skizziert — ein Umbau, der das Unternehmen von Grund auf neu ausrichten soll.
Rückzug aus China, Abkehr vom Elektro-Kurs
Das deutlichste Signal sendet Porsche aus China: Das Händlernetz soll bis Ende 2026 von 150 auf 80 Standorte halbiert werden. Hintergrund ist ein Auslieferungseinbruch von 26 Prozent auf 42.000 Einheiten im vergangenen Jahr — kein kurzfristiger Dämpfer, sondern Ausdruck eines strukturellen Nachfragerückgangs im chinesischen Luxussegment. Weniger Händler sollen die Preissetzungsmacht schützen, die im anhaltenden Preiskampf rund um Elektrofahrzeuge zunehmend unter Druck gerät.
Parallel dazu vollzieht Porsche eine strategische Kehrtwende beim Antrieb. Die ursprünglich geplante vollelektrische Fahrzeugplattform für das nächste Jahrzehnt wurde aufgegeben. Stattdessen verlängert das Unternehmen die Laufzeit von Verbrennungs- und Hybridangeboten. Der Taycan, Porsches Flaggschiff-Elektromodell, verzeichnete 2025 einen Auslieferungsrückgang von 22 Prozent — ein Rückgang, der die Neuausrichtung beschleunigt hat.
Prognose 2026: Stabilisierung unter Vorbehalt
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Porsche einen Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro bei einer Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent. CFO Jochen Breckner kündigte an, dass die Restrukturierungsmaßnahmen auch 2026 noch Einmaleffekte im hohen dreistelligen Millionenbereich nach sich ziehen werden. Die erhoffte Ergebnisverbesserung soll vor allem durch die Preisgestaltung beim vollelektrischen Cayenne sowie neue 911-Varianten getragen werden.
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Trotz der angespannten Lage schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,01 Euro je Vorzugsaktie vor — ein Zeichen, dass das Management die Krise als überwindbar betrachtet und die Bilanzstärke des Unternehmens nicht in Frage stellt.
Die Aktie notiert auf dem Niveau ihres 52-Wochen-Tiefs und liegt rund 15 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Ob die „Strategy 2035" Porsche tatsächlich in margenstarke Segmente zurückführt, wird das operative Ergebnis 2026 zeigen — der erste echte Gradmesser für Leiters' Umbaukurs.
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