27.03.2026, 5040 Zeichen
Deutschland startet mit einem milliardenschweren Entlastungspaket ins neue Jahr. Die seit Januar geltenden Steueränderungen sollen Kaufkraft stärken und Investitionen ankurbeln.
Die Bundesregierung setzt auf ein breites Bündel an Maßnahmen, um die Folgen hoher Lebenshaltungskosten abzufedern und den Wirtschaftsstandort zu stützen. Vom erhöhten Grundfreibetrag bis zur verlängerten Elektroauto-Prämie reichen die Neuerungen, die teils bereits 2024 beschlossen wurden. Experten sehen darin eine gezielte Antwort auf aktuelle wirtschaftliche und demografische Herausforderungen.
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Der zentrale Hebel für mehr Netto vom Brutto ist die Anhebung des Grundfreibetrags auf 12.348 Euro. Einkommen bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei. Für Ehepaare verdoppelt sich der Betrag. Diese Anpassung soll vor allem kleine und mittlere Einkommen entlasten und die kalte Progression mildern.
Familien erhalten gleich mehrfach Unterstützung: Der Kinderfreibetrag steigt auf 3.414 Euro pro Elternteil, das Kindergeld erhöht sich um 4 Euro auf monatlich 259 Euro. Eine wichtige Neuerung ist die sogenannte Aktivrente. Sie ermöglicht es Rentnern, die über das Regelalter hinaus arbeiten, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen. Diese Regelung gilt jedoch nur für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Zudem wurde der gesetzliche Mindestlohn zum Jahresbeginn auf 13,90 Euro angehoben. Die Verdienstgrenze für Minijobs steigt auf durchschnittlich 603 Euro im Monat.
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Pendler können sich über eine vereinheitlichte und erhöhte Entfernungspauschale freuen. Seit Januar 2026 gibt es einheitlich 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer – eine deutliche Verbesserung besonders für Kurzstreckenpendler. Die Entlastung wird für dieses Jahr auf rund 1,1 Milliarden Euro geschätzt.
Die Gastronomie erhält Planungssicherheit: Der ermäßigte Umsatzsteuersatz für Speisen in Höhe von 7 Prozent wird dauerhaft beibehalten. Für Getränke gilt weiterhin der Regelsatz von 19 Prozent.
Auch ehrenamtliches Engagement wird attraktiver: Die Ehrenamtspauschale steigt von 840 auf 960 Euro, die Übungsleiterpauschale von 3.000 auf 3.300 Euro jährlich. Für Unternehmen sind Investitionsanreize wie eine degressive Abschreibung von bis zu 30 Prozent für bestimmte Ausrüstungen geplant. Die Forschungszulage wird ausgeweitet.
Im Energiesektor fallen spürbare Belastungen weg. Die Gasspeicherumlage wird nicht mehr erhoben. Ein Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll die Stromnetzentgelte und damit die Stromrechnungen senken. Die CO2-Bepreisung für Heiz- und Kraftstoffe bewegt sich 2026 in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne.
Die Befreiung von der Kfz-Steuer für Elektroautos wurde bis 2035 verlängert. Diese Maßnahme allein bringt 2026 eine Entlastung von geschätzten 45 Millionen Euro. Das Deutschlandticket im Nahverkehr kostet ab sofort 63 Euro monatlich. Bund und Länder finanzieren es mit jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich weiter mit.
Das Paket ist eine Reaktion auf multiple Herausforderungen: Hohe Inflation, demografischer Wandel und Fachkräftemangel. Die Aktivrente und die Ehrenamtsförderung zielen direkt darauf ab, Menschen länger im Arbeitsleben zu halten und Engagement zu belohnen.
Die Entlastungen für Unternehmen sollen Investitionen und Forschung ankurbeln. „Die Maßnahmen zielen darauf ab, die reale Kaufkraft zu stützen und den Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu halten“, analysieren Steuerexperten. Gleichzeitig zeigt die vorläufige Zurückstellung geplanter Reformen, wie etwa bei den Steuerklassen III und V, die Komplexität der Steuergesetzgebung.
Die kumulierten Entlastungen, besonders im Energiebereich, werden für 2026 auf über 10 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Doch die Regierung denkt bereits weiter: Ab 2028 soll die Körperschaftsteuer schrittweise um je einen Prozentpunkt pro Jahr gesenkt werden.
Parallel laufen Diskussionen über weitere Bürokratieabbau und die Digitalisierung der Verwaltung. Ob die aktuellen Entlastungen langfristig ausreichen, um die Wirtschaft nachhaltig zu stärken, wird die Entwicklung der kommenden Monate zeigen. Weitere Anpassungen sind nicht ausgeschlossen.
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Addiko Group
Die Addiko Gruppe besteht aus der Addiko Bank AG, der österreichischen Mutterbank mit Sitz in Wien (Österreich), die an der Wiener Börse notiert und sechs Tochterbanken, die in fünf CSEE-Ländern registriert, konzessioniert und tätig sind: Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina (wo die Addiko Gruppe zwei Banken betreibt), Serbien und Montenegro.
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