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Buchvorstellung „Die größten Investoren aller Zeiten“ (Daniel Koinegg)

Bild: © Volker Plass, Bücher ; Schild

05.08.2015, 3625 Zeichen

Im heutigen Artikel geht es um das Werk „Die größten Investoren aller Zeiten: Investieren lernen mit Warren Buffett, George Soros, Peter Lynch und Benjamin Graham“ von Glen Arnold. Der Autor des Buches hält eine Professur in Corporate Finance, verbringt aber mittlerweile den Großteil seiner Zeit mit der Verwaltung seines Aktienportfolios, sowie mit dem Schreiben von Büchern.

In diesem Buch versucht Arnold, umfassende Profile von großartigen Investoren zu erstellen, die Spezifika ihrer Investmentstrategie herauszuarbeiten und beleuchtet auch mögliche Schwächen der jeweiligen Ansätze. In der deutschsprachigen Ausgabe behandelt er die vier Investoren Benjamin Graham, Warren Buffett/Charlie Munger, George Soros und Peter Lynch. Er streicht Gemeinsamkeiten der vier grundsätzlich unterschiedlichen Ansätze hervor, wie beispielsweise, dass sich alle diese großen Investoren auf das der Aktie zugrunde liegende Unternehmen fokussieren, dass sie keinen Wert auf das CAPM und insbesondere den Beta-Faktor legen oder dass sie sich durch eigenständiges und vor allem unabhängiges Denken hervortun.

Arnold beginnt mit Benjamin Graham und zeigt den unschätzbaren Wert der Beiträge, die dieser für die nachfolgenden Generationen von Investoren geliefert hat, auf: ob nun die Metapher von Mr. Market, die Suche nach Unternehmen, die unter dem Nettoumlaufvermögen gehandelt werden, Grahams Regeln für den defensiven Investor, oder die Margin of Safety, es wird nichts ausgespart. Was ich beispielsweise noch nicht gewusst hatte, war der aktivistische Ansatz, den Graham zumindest bei dem Unternehmen „Northern Pipelines“ an den Tag gelegt hat. Das Profil von Buffett und der Einfluss, den Charlie Munger auf ihn nahm, wird im zweiten Kapitel behandelt und zeichnet Buffetts Entwicklung vom jungen und unbekannten „cigar butt“-Investor hin zu dem Stardasein, das er mittlerweile genießt, nach. Es werden verschiedene allgemeine Konzepte und Aussagen von Buffett aufgegriffen, wie beispielsweise seine Aussagen zum „Institutionellen Imperativ“. Sehr interessant fand ich Kapitel 3 über George Soros und seine Theorie der „Reflexivität“, einem Konzept, mit dem ich mich noch nicht beschäftigt habe, was ich aber dringend nachholen möchte. Grob gesagt geht es hier um den Rückkoppelungseffekt, den die verzerrte Wahrnehmung von Fakten durch die Investorengemeinde auf eben diese Fakten haben kann. Durch die Missinterpretation eines Trends durch eine hinreichend große Gruppe von Teilnehmern können also neue Tatsachen geschaffen werden und Blasen entstehen. Kapitel 4 beschäftigt sich mit Peter Lynch, seinen Research-Ansatz, seine Ergebnisse als Manager des Fidelity Magellan Fonds und seine Suche nach Nischenunternehmen in „faden“ Branchen.

Alles in allem ermöglicht das Buch, sich einen kurzen und groben Überblick in das Denken von vier verschiedenen Investmentstrategen zu verschaffen. Wenn man deren Konzepte aber wirklich durchdringen möchte, bleibt einem die Lektüre der Primärliteratur logischerweise nicht erspart. Ich empfehle jedoch jedem, der des Englischen einigermaßen mächtig ist, die englische Originalausgabe, weil dort noch mehr Investoren (John Templeton, Anthony Bolton und Philip Fisher) zum mehr oder weniger selben Preis vorgestellt werden.

Zusätzliche verwendete Quellen

http://www.amazon.co.uk/Glen-Arnold/e/B001HCXYJE/ref=ntt_dp_epwbk_0 (Autorenprofil)

http://www.amazon.co.uk/Great-Investors-Lessons-Investing-Financial/dp/0273743252/ref=la_B001HCXYJE_1_13?s=books&ie=UTF8&qid=1438005526&sr=1-13 (Link zur Originalausgabe)

 

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(05.08.2015)

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