20.12.2019, 4158 Zeichen
Innovationen bei Rosenbauer. Da hab ich soviel Interessantes bei der Rosenbauer-Werksbesichtigung am 27.11.19 mitgeschrieben und muss mich aus Platzgründen auf wenige Highlights konzentrieren. Also zuerst einmal die Sache mit der Bestellung von Teilen: Da Rosenbauer sehr verschiedene Modelle baut, oft sogar Einzelstücke, ist der Bedarf an den jeweiligen Teilen unterschiedlich. Diese Teile müssen teils auch vom anderen Werk hingebracht werden. Das Gerät (z.B. die Pumpe) wird von einer einzigen Person zusammengebaut, die auch die Verantwortung für das Funktionieren dieses Geräts hat, also vor Weitergabe zum Assembling die Funktionstüchtigkeit prüfen muss. Diese Verantwortung für sein Werk befriedigt den Mitarbeiter mehr als Fließbandarbeit, denke ich. Er sieht, was er schafft, und er kann darauf stolz sein. Wie nimmt man dem fleißigen Arbeiter die Arbeit des Nachbestellens von Teilen ab, die zur Neige gehen? Nun, er lässt ein einziges Stück in der Kiste und schickt diese zurück. Die zurückkommende Kiste mit nur einem Stück eines Teils stellt die Anforderung von Nachschub eben dieses Teils dar. Das geht ohne Worte, ohne Schriftverkehr, ohne Zettelwirtschaft. Die Leute im Werk kennen sich aus. So können sie an ihrem Werkstück arbeiten und werden nicht durch oft wortreiche Anforderungsvorgänge aufgehalten. Ich erinnere mich gerade an die Kugelschreiberanforderungen in meiner alten Firma, am Ende haben die meisten ihren Privatkugelschreiber mitgebracht, weil sich keiner das antun wollte.
Das habe ich nicht von der Werksbesichtigung, sondern von einer Unternehmenspräsentation: Ein Unternehmen (das Kapital für schnellere Expansion aufnehmen will und sich deshalb vorstellte) erklärte am Beispiel von Rosenbauer, was sie für die Unternehmen tun können. Ich habe das natürlich hinterfragt: Wer braucht Bestellsoftware? Internetshopping ist doch ein Vergnügen, da brauchen wir doch keine Hilfe, oder? Nicht so für Unternehmen: alle Teile haben besondere Spezifikationen, und das alles für Bestellungen zusammenzusuchen und genau aufzuschreiben, was man braucht, ist kein Spass, sondern Arbeit. Und diese Software hilft ihnen auch, Ausschreibungen für benötigte Teile zu machen. Man muss bei vielen Teilen nicht immer den gleichen Lieferanten nehmen, wenn ein anderer dieses Mal günstiger sein kann, es wirkt sich alles auf die Marge aus. Diese Software kostet etwas, aber bringt offenbar noch viel mehr, Rosenbauer war aufgeschlossen genug, um einer der ersten Kunden zu werden.
Die Sache mit den "selbstfahrenden Autos" habe ich mir genauer erklären lassen: "Selbstfahrend" ist nicht wirklich sinnvoll, aber ferngesteuert könnten die Rosenbauer-Fahrzeuge locker fahren. Denn es gilt, die Feuerwehrleute nicht unnötigen Gefahren auszusetzen. Das Fahrzeug ohne Feuerwehrleute kann viel näher zum Brandherd vordringen als mit Menschen an Bord, speziell bei Großfeuern mit extremer Hitze- und/oder Rauchentwicklung. Wenn es jemand bestellen würde, könnte man das liefern.
Dass die Ersatzteile von z.B. Semperit auch den Schriftzug von Rosenbauer tragen, ist wichtig, denn hier handelt es sich um von Rosenbauer eben für die Anforderungen des Feuerwehrwesens geprüfte Schläuche , z.B. für Pumpen. Wenn eine Feuerwehr Ersatzteile braucht, sollte sie also nicht einfach ein gleich aussehendes Produkt von Semperit kaufen, sondern das von Rosenbauer geprüfte, mit dem zusätzlichen Schriftzug von Rosenbauer drauf. Ja, Rosenbauer hat Schläuche von verschiedenen Firmen, je nach Größe und Anforderung, offenbar ohne Präferenz für einen bestimmten Lieferanten, aber ich kann Euch beruhigen: Da ist einiges von Semperit dabei, Semperit hat verlässliche Produkte auch für die Industrie, die Existenz von Semperit hängt nicht alleine an den medizinischen Handschuhen. Es trifft sich gut, dass sowohl Rosenbauer als auch Semperit an der Börse zuletzt eher günstig gehandelt werden. Vielleicht kann man noch ein bisserl warten, die Zeit scheint nicht zu drängen, aber ich habe beide Unternehmen für eventuelle Zukäufe im Auge.
Rosenbauer ( Akt. Indikation: 39,20 /39,80, 2,86%)
(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 20.12.)
Wiener Börse Party #1201: Verfallstag mit klar schwächerem ATX (AT&S), Frequentis top, Vorbereitung oekostrom AG und oje, Marinomed!
Rosenbauer
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