23.03.2026, 3356 Zeichen
Die deutschen Spargelfelder liefern in diesem Jahr früher denn je – doch die Branche steckt in der Krise. Neue Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen einen dramatischen Rückgang des heimischen Anbaus bei gleichzeitig stark wachsenden Importen.
Erntemenge und Betriebe schwinden
Im vergangenen Jahr ernteten deutsche Landwirte nur noch 103.900 Tonnen Spargel. Das sind 3,9 Prozent weniger als 2024. Seit 2015 ist die Erntemenge sogar um 8,5 Prozent gesunken.
Parallel dazu schrumpft die Anbaufläche und vor allem die Zahl der Betriebe. Innerhalb von zehn Jahren gaben fast ein Drittel aller Spargelhöfe auf. Nur noch 1.350 Betriebe bewirtschafteten 2025 die Felder. Betroffen sind vor allem kleinere Familienbetriebe, die dem Kostendruck nicht standhalten können.
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Die Produktion konzentriert sich nun auf große, technisierte Einheiten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.
Importe füllen die Regale
Während die eigene Produktion schrumpft, wächst die Abhängigkeit vom Ausland. Die Importe stiegen 2025 auf 24.500 Tonnen – ein Plus von 6,4 Prozent. Mittlerweile kommt rund ein Viertel des hierzulande verzehrten Spargels aus dem Ausland.
Das Paradoxe: Knapp 80 Prozent der Importe erreichen Deutschland genau zur hiesigen Saison. Wichtigstes Herkunftsland war 2025 Spanien, gefolgt von Mexiko und Griechenland. Der Grund ist simpel: Ausländischer Spargel ist oft deutlich günstiger.
Deutsche Spitzenqualität kostet zum Saisonstart bis zu 20 Euro pro Kilogramm. Können heimische Erzeuger da noch mithalten?
Hohe Kosten treiben die Preise
Der neue Mindestlohn von 13,90 Euro setzt die Betriebe zusätzlich unter Druck. Bei der arbeitsintensiven Spargelernte machen Lohnkosten oft mehr als die Hälfte der Gesamtkosten aus. Dazu kommen gestiegene CO2-Abgaben und hohe Treibstoffpreise.
Viele Erzeuger setzen daher auf Automatisierung. Moderne Sortiermaschinen und erste Erntelaser sollen die Abhängigkeit von Handarbeit reduzieren. Eine spürbare Entspannung der Preise wird erst für Mai erwartet, wenn die Hauptmengen ohne künstliche Wärmezufuhr geerntet werden.
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Zwischen Tradition und Technologie
Die Zukunft der Branche hängt von der Anpassungsfähigkeit der Betriebe ab. Experten erwarten eine weitere Marktkonsolidierung. Kleine Höfe könnten sich auf Direktvermarktung und Hofbesuche spezialisieren. Große Erzeuger investieren derweil massiv in Digitalisierung und Robotik.
Auch der Klimawandel spielt eine Rolle. Milde Winter ermöglichen zwar frühere Ernten, erhöhen aber das Risiko für schädliche Spätfröste. Die kommenden Wochen bis zum traditionellen Saisonende am 24. Juni werden zeigen, ob die Verbraucher trotz höherer Preise zum heimischen Spargel greifen.
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