14.03.2026, 2961 Zeichen
Der britische Leitindex erwischte einen unruhigen Freitag. Starke Kursschwankungen, nervöse Anleger — und ein Konflikt, der die Märkte fest im Griff hält.
Der FTSE 100 rutschte zeitweise auf rund 10.197 Punkte ab, erholte sich im Tagesverlauf spürbar, schloss letztlich aber dennoch 0,43 Prozent tiefer bei 10.261 Punkten. Ein klassischer Wochenend-Trade: rein in sichere Werte, raus aus allem, was Geopolitik-sensibel ist.
Öl als Bremsklotz
Der Iran-Krieg hält die Ölpreise auf erhöhtem Niveau — Brent notierte zeitweise knapp unter 100 Dollar. Für viele Sektoren ist das eine ernste Belastung. Fluggesellschaften wie IAG und EasyJet verloren merklich, weil steigende Kerosinpreise direkt auf die Margen drücken.
Banken standen ebenfalls unter Druck. Standard Chartered, Barclays, HSBC und Lloyds gaben alle nach — ein Zeichen, dass trübere Konjunkturaussichten die Stimmung in der Finanzbranche belasten. Rohstoffwerte wie Fresnillo und Anglo American verloren zwischen 2 und 3 Prozent.
Auf der Gewinnerseite: Energietitel. BP und Shell profitierten von den hohen Ölpreisen und legten moderat zu. Auch Legal & General stach positiv heraus mit einem Plus von rund 1,8 Prozent.
Nullwachstum — kein gutes Zeichen
Zu allem Überfluss lieferte die britische Wirtschaft heute schwache Konjunkturdaten. Das BIP stagnierte im Januar vollständig — nach einem Wachstum von 0,1 Prozent im Dezember und 0,2 Prozent im November. Ökonomen hatten 0,2 Prozent erwartet. Der Industriesektor schrumpfte leicht, der Dienstleistungssektor — der mit Abstand wichtigste Motor der britischen Wirtschaft — trat auf der Stelle.
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Auf Jahresbasis wuchs die Wirtschaft nur um 0,8 Prozent, leicht unter der Konsensprognose von 0,9 Prozent. Das erhöht den Druck auf die Bank of England — eine Zinssenkung im laufenden Jahr rückt näher ins Gespräch.
Immerhin ein Lichtblick: Großbritannien verzeichnete im Januar einen Handelsüberschuss von knapp 3,9 Milliarden Pfund — der erste Überschuss seit September 2024. Exporte stiegen um 7,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 82,5 Milliarden Pfund, Importe gingen dagegen um 3,3 Prozent zurück.
Das ändert aber nichts am grundsätzlichen Bild: Solange der Nahostkonflikt anhält und Öl teuer bleibt, bleibt die Lage an den Märkten angespannt. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass ein dauerhafter Ölpreis über 100 Dollar die Inflationserwartungen deutlich nach oben zwingen dürfte — mit entsprechenden Folgen für Zinsen und Wachstum. Das Wochenende kommt da nicht ungelegen.
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