21.03.2026, 4565 Zeichen
Eine neue Analyse zeigt das enorme Ausmaß: Die Babyboomer-Generation hält knapp ein Drittel aller deutschen Eigentumsimmobilien. In den nächsten 20 Jahren werden diese 4,8 Millionen Häuser und Wohnungen altersbedingt den Besitzer wechseln. Diese historische Verkaufswelle wird den Markt grundlegend umkrempeln – doch nicht überall gleich.
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Der „Silver Tsunami“ ist da. Die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1946 und 1964 besitzen aktuell etwa 32 Prozent des gesamten deutschen Eigentumsbestands. Das belegt eine aktuelle Untersuchung der Immobilienplattform Jacasa. Die meisten dieser Objekte sind Einfamilienhäuser oder großzügige Wohnungen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
In den kommenden ein bis zwei Jahrzehnten werden sie massenhaft auf den Markt kommen. Die Gründe sind vielfältig: Viele Senioren ziehen in kleinere, barrierefreie Wohnungen oder Pflegeheime um. Andere Immobilien gelangen durch Erbschaften zum Verkauf, weil die erbenden Kinder oft schon woanders wohnen. Dieser Generationswechsel markiert eine Zäsur.
Die Folgen werden sich regional extrem unterschiedlich auswirken. In ländlichen, strukturschwachen Regionen ist die Konzentration an Babyboomer-Immobilien besonders hoch. In der Uckermark in Brandenburg liegt ihr Anteil bei 48 Prozent, im Ennepe-Ruhr-Kreis bei 45 Prozent.
Hier trifft das steigende Angebot auf eine schrumpfende Bevölkerung. Analysten warnen vor einem Überangebot, das die Preise unter Druck setzen und zu mehr Leerstand führen könnte. In den Ballungsräumen sieht es komplett anders aus. Der anhaltende Wohnraummangel in den Städten dürfte das zusätzliche Angebot leicht schluxken. Experten erwarten hier keinen Preissturz, sondern höchstens eine langsamere Preisdynamik.
Neben der Lage entscheidet vor allem der Zustand der Immobilien über ihren Wert. Viele der bald verkauften Häuser stammen aus Zeiten, in denen Energieeffizienz kaum eine Rolle spielte. Sie haben oft einen erheblichen Sanierungsstau.
Für Käufer sind moderne Heizungen und gute Dämmung heute entscheidend – auch wegen strengerer Vorgaben wie dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Unsanierte Häuser aus der Babyboomer-Ära dürften daher nur mit deutlichen Preisabschlägen weggehen. Für handwerklich begabte Käufer oder junge Familien könnte sich hier aber auch eine neue, erschwingliche Chance auf den eigenen vier Wänden ergeben.
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Fachleute kritisieren, dass die Politik trotz langfristiger Vorhersagen keine konsistente Strategie für diesen Wandel hat. Es fehlen Konzepte, um ländliche Räume attraktiv zu halten und gleichzeitig den Stadt-Wohnungsmangel zu bekämpfen. Ohne gezielte Maßnahmen droht der Silver Tsunami, die Kluft zwischen Boom-Städten und abgehängten Regionen noch zu vertiefen.
Interessant ist der Blick ins Ausland: In der Schweiz bleiben Eigentümer laut Studien oft bis ins hohe Alter in ihren Häusern. Eine vergleichbare Verkaufswelle zeichnete sich dort nicht ab. In Deutschland ist die Dynamik eine andere – die schiere Menge an anstehenden Verkäufen wird den Markt neu sortieren.
Die entscheidende Phase dieses Umbruchs erwarten Analysten zwischen 2040 und 2050. Dann überschreitet ein Großteil der Babyboomer das 80. Lebensjahr. Der Silver Tsunami ist kein plötzlicher Schock, sondern ein schleichender Prozess, der die Eigentümerstrukturen nachhaltig verändert.
Die Konsequenz: Der deutsche Immobilienmarkt driftet auseinander. Metropolen und ihre Speckgürtel bleiben heiß umkämpft. Auf dem Land vollzieht sich dagegen schleichend der Wechsel vom Verkäufer- zum Käufermarkt. Neue Wohnkonzepte wie geteilte Einfamilienhäuser oder Mehrgenerationen-Projekte könnten an Bedeutung gewinnen. Sie wären eine Antwort auf die veränderten Bedürfnisse der kommenden Jahrzehnte.
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3 Banken Generali
Die 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H. ist die gemeinsame Fondstochter der 3 Banken Gruppe (Oberbank AG, Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, BKS Bank AG) und der Generali Holding Vienna AG. Die Fonds-Gesellschaft verwaltet aktuell 8,65 Mrd. Euro - verteilt auf etwa 50 Publikumsfonds und 130 Spezial- bzw. Großanlegerfonds (Stand 06/17)
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