24.04.2016, 6863 Zeichen
Ein Blogleser gab mir dankenswerterweise den Hinweis auf diese Erfolgsgeschichte: Im Alter von 33 Jahren waren Sabine und Burkhard Koch finanziell unabhängig. Wie begann alles? Sie reisten schon in jungen Jahren für ihr Leben gern. Sie schmiedeten einen Plan: Sie wollten per Wohnmobil die Welt bereisen. Aber zunächst brauchten sie das Geld, um finanziell frei zu sein.
Burkhard Koch hängte sein Studium an den Nagel. Er nahm einen Job als Hilfsarbeiter an, machte Überstunden, arbeitete Nachts und hatte einige Nebenjobs. Das Ersparte investierte er in Aktien. Für Aktien interessierte sich Burkhard schon während des BWL-Studiums. Der Erfolg kam schnell. Es dauerte nur 18 Jahre. Sie investierten stetig, stur, clever.
„Für unsere Freunde und Verwandten war das Ganze am Anfang eher eine Spinnerei. Deshalb haben wir nur noch wenigen Freunden erzählt, dass wir daran arbeiten, unseren Traum in die Tat umsetzen. Unsere Tochter haben wir von Anfang an in unsere Pläne mit einbezogen. Mit 33 Jahren waren wir – viel früher als in unseren Prognosen berechnet – finanziell unabhängig. Burkhard kündigte seinen Job und kümmerte sich nun intensiv um die Reisevorbereitungen und unser Reisefahrzeug, die lila Pistenkuh.“
Hier erzählen die beiden Frührenter in der NDR-Talkrunde über ihr Leben. Ich finde das beeindruckend.
Kabarettist Urban Priol erzählt in der Talksendung, wie man es nicht machen soll. Er kaufte Aktien auf dem Top. Hatte keine Ahnung. Dann verlor er den Glauben an Aktien. Verkaufte seine abgestürzten Aktien auf dem Tief. Seitdem hat Priol nie mehr Aktien angerührt. Er hat die Schnauze voll. Der Mann hat von der Börse eben keine Ahnung. Dumm gelaufen! Erst informieren, dann handeln. Sie laufen ja auch keinen Marathon ohne vorher trainiert zu haben.
Burkhard Koch gibt zu, dass das Aktiensparen nicht einfach ist:
„Es ist keine Einbahnstraße. Es gibt auch Strecken, da kann man nachts nicht schlafen, weil das ist ja eine Unternehmensbeteiligung. Das weiß jeder, der ein Unternehmen hat. Es gibt Phasen, wo man denkt, ob das alles richtig ist, was man macht.“
Koch gibt Kabarettist Priol einen Rat: „Der Fehler war schon zum Bankberater zu gehen.“
Das Beispiel der beiden Weltenbummler zeigt, die finanzielle Freiheit geht schneller, als gemeinhin für möglich gehalten wird. Es erfordert gewiss Entbehrungen.
Es gibt unterschiedliche Konzepte des Frühruhestands. Ich finde Matt Gibson kultig. Er zog nach Thailand an den Strand. Er reist für sein Leben gern. Das Bloggen und seine Autorentätigkeit bringen ihm im Monat zwischen 3.000 und 5.000 Dollar ein. Im Grunde ist er halb in Frührente, halb freiberuflich tätig. Ich finde das super.
Haben Sie Ihren Traum vor Augen, beginnen Sie die einzelnen Schritte durchzuplanen. Schreiben Sie alles auf. Setzen Sie den Traum in die Tat um. Vieles geht. Wo ein Wille ist, ist ein Weg.
Die Konzepte der Weltenbummler haben einen gemeinsamen Nenner: Sie leben ziemlich minimalistisch. Sie sparen. Sie haben keine Schulden. Wenig Zeug. Sie haben sich vom endlosen Konsum verabschiedet. Sie haben einen Traum vor Augen.
Der prominente Autor Napolean Hill sagt dazu: „A goal is a dream with a deadline.“ Ein Ziel ist ein Traum mit einem Schlusstermin. Ich kann Hills Buch „Denke nach und werde reich. Die Erfolgsgesetze“ empfehlen.
Die Erfolgsformel ist so einfach: Ziele setzen. Mit einem Datum versehen. Alles aufschreiben. Realisitisch bei der Zielsetzung bleiben. Hart arbeiten. Sparen. Schulden tilgen. Konsum eindämmen. Investieren. Aktien oder ETFs kaufen.
Wer früh mit dem Aktiensparen anfängt, ein Ziel vor Augen hat, kann es schaffen. Hauptsache Sie fangen an. Wer wenig Geld am Monatsende übrig hat, soll wenigstens mit zehn Euro am Tag beginnen. Das sind 300 Euro im Monat bzw. 3.600 Euro im Jahr. So machen Sie einen Anfang.
Ich habe keine Lust zu arbeiten, bis ich 70 Jahre alt bin, so wie es die CDU nun vorgeschlagen hat. Die Volkspartei will das Renteneintrittsalter krass heraufsetzen.
Gleichwohl rate ich Ihnen: Lassen Sie sich von Ängsten und Sorgen nicht verrückt machen. Ich lese keine Horror-News. Es gibt bestimmte Finanzwebsites, die davon leben, den Weltuntergang, Niedergang des Euros, Europas und des Währungssystems heraufzubeschwören. Angstthemen ziehen Leser an. Das ist nichts für mich.
Klar gibt es in der Welt Probleme. Sehr große sogar. Aber davon lasse ich mich in meinen Plänen keineswegs ablenken. Ich bin ein Optimist.
Was viele nicht wissen: Unser Umfeld bestimmt darüber, wer wir selbst sind. Unsere Freunde und Familie bestimmen, was aus uns wird. Erfolg oder Misserfolg hängt mit dem sozialen Umfeld zusammen. Wir sind ein Produkt unserer Umgebung. Wer viel Zeit mit negativen Menschen verbringt, wird eine saure Seele bekommen.
„Wenn Deine Freunde fettsüchtig sind, ist Dein Risiko fettsüchtig zu werden, um 45 Prozent größer“, sagt Yale-Professer Nicholas Christakis. „Wenn die Freunde Deines Freundes fettsüchtig sind, ist Dein Risiko fettsüchtig zu werden, 25 Prozent größer.“
Also ziehe ich daraus folgende Lehre: Verbringen Sie Ihre Zeit mit Menschen, die glücklich, erfolgreich, freundlich, ehrgeizig, ehrlich, hilfsbereit, bescheiden, intelligent, spendenfreudig sind. Das hat eine positive Wirkung auf Sie selbst. Das verändert Ihr Leben dramatisch zum Positiven. Wählen Sie Ihr Umfeld mit Bedacht. Genau das rät Warren Buffett. Der Vermögensverwalter Guy Spier kennt Buffett sehr gut. Spier sagte mir in einem Interview, was ihm Buffett geraten hat:
„Die Kernbotschaft war: Umgib Dich mit Leuten, die besser sind als Du. So kannst Du Dich selbst verbessern. Eine vergleichbare gedankliche Übung lernte ich außerdem von ihm: Laufe zum Strand Deines Karmas. Es geht darum, zu prüfen, was auf meiner eigenen Werteliste steht. Ich muss wissen, was wichtig für mich ist. Dann muss ich messen, ob ich es tatsächlich erreicht habe. Es bedeutet nicht unbedingt, dass ich so weit laufen muss wie jemand anders zum Strand. Aber meine wichtigen Dinge muss ich erreichen. Messe Dein Leben an Deinem eigenen Maßstab, nicht anhand eines externen Maßstabs. Es geht im Endeffekt um Deine innere Stimme, die Dir sagt, was richtig ist. Ich erkannte, so lebt Buffett sein Leben. Er macht, was für ihn wichtig ist.“
Ich rate Ihnen, sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen. Es wird immer Menschen geben, die reicher als Sie sind oder die dickere Autos fahren. Oder die im Job erfolgreicher sind. Laufen Sie Ihr eigenes Rennen. Versuchen Sie nicht mithalten zu müssen mit anderen. Wer das macht, eben ständig versucht mithalten zu müssen, wird in einem Elend enden. Ich vergleiche mich mit mir selbst, wo ich vor einem Jahr stand.
Die meisten Menschen sind Idioten. Es ist doch egal, was für ein Auto der Nachbar fährt. Die Masse denkt: „Oh, der Nachbar hat das tollste Haus, Auto, Familie, Kinder, Gattin, Leben…“ Das ist alles eine Lüge.
Im Original hier erschienen: Achten Sie auf Ihr soziales Umfeld
Börsepeople im Podcast S24/26: Birgit Noggler
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