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KfW verbilligt Kredite für klimafreundlichen Neubau ( Finanztrends)

02.03.2026, 3103 Zeichen

Die Bundesregierung startet neue finanzielle Anreize für den Wohnungsbau. Ab sofort bietet die staatliche KfBank deutlich günstigere Kredite für klimafreundliche Neubauprojekte an. Ziel ist es, den massiven Bauüberhang genehmigter, aber nicht begonnener Wohnungen abzubauen.

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Ein Impuls für 50.000 Wohnungen?

Im Zentrum steht das KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau“. Der Staat subventioniert die Darlehenszinsen, um die hohen Baukosten abzufedern. Bundesbauministerin Verena Hubertz sieht bereits eine Trendwende durch mehr Baugenehmigungen im vergangenen Jahr. Experten schätzen, dass die neuen Konditionen 40.000 bis 50.000 auf Eis liegende Projekte wieder rentabel machen könnten.

Rekorddefizit: 1,4 Millionen Wohnungen fehlen

Die Dringlichkeit ist enorm. Laut einer aktuellen Analyse des Pestel-Instituts fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen – fast ausschließlich bezahlbarer Mietraum. Der Mietenreport 2025 zeichnete ein düsteres Bild: Fast jeder dritte Mieterhaushalt fürchtet, sich die Wohnung bald nicht mehr leisten zu können. In München kletterte die Neuvertragsmiete zuletzt auf über 24 Euro pro Quadratmeter.

Warum baut niemand mehr?

Die Bautätigkeit ist eingebrochen. Statt der angestrebten 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr rechnen Experten für 2025 mit nur 220.000 bis 230.000 Fertigstellungen. Die Prognosen für dieses Jahr fallen noch pessimistischer aus. Schuld sind vor allem explodierende Kosten: Seit 2021 stiegen die Bau- und Materialpreise um 34 Prozent. Hohe Löhne und langsame Genehmigungsverfahren bremsen zusätzlich.

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Reichen günstige Kredite aus?

Branchenverbände begrüßen den Schritt, sehen darin aber nur einen Baustein. Das Bündnis „Soziales Wohnen“ fordert einen verbindlichen Bund-Länder-Pakt für den sozialen Wohnungsbau. Kritiker monieren: Die Förderung adressiere vor allem den Neubau, ignoriere aber das strukturelle Problem des abgebauten Sozialwohnungsbestands. Der Mangel bremst inzwischen die Fachkräftegewinnung.

Weitere Mietsteigerungen erwartet

Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Die Lücke zwischen Bedarf und Neubau bleibt riesig. Immobiliendienstleister prognostizieren für die Ballungsräume auch 2026 Mietsteigerungen von fünf bis sechs Prozent. Die Wirksamkeit der neuen KfW-Kredite muss sich erst zeigen. Entscheidend wird sein, ob sie bezahlbaren Mietraum schaffen – oder nur teure Eigentumsprojekte.


(02.03.2026)

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