06.03.2026, 3765 Zeichen
Der deutsche Leitindex hat die brutalste Woche seit dem US-Zollgewitter im April 2025 hinter sich. Am heutigen Freitag sackte der DAX um knapp ein Prozent auf 23.591 Punkte ab – und damit beträgt der Wochenverlust satte 6,7 Prozent. Noch vor einer Woche fehlten dem Index nur rund 100 Punkte zum Allzeithoch von 25.507 Zählern aus dem Januar. Dann kam der Iran-Krieg.
Die Eskalation im Nahen Osten hat die Märkte eiskalt erwischt. Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran fordert US-Präsident Donald Trump nun eine "bedingungslose Kapitulation" des Landes. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus – ein Nadelöhr des globalen Öl- und Gashandels – ist laut der Marineberatungsgruppe Joint Maritime Information Center mittlerweile nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Die Folge: Öl- und Gaspreise explodieren, Inflationsgefahren nehmen zu.
Als ob das nicht genug wäre, kamen heute enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten hinzu. Die Non-Farm-Payrolls für Februar zeigen einen Rückgang von 92.000 Jobs – statt des erwarteten Stellenaufbaus. Auch die beiden Vormonate wurden kräftig nach unten revidiert, insgesamt um 69.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote kletterte leicht auf 4,4 Prozent. Effizienzprogramme und KI-getriebene Rationalisierung in Unternehmen hinterlassen offenbar deutliche Spuren am Arbeitsmarkt.
"Die Investoren haben nach den enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA und vor einem potenziell ereignisreichen Wochenende kalte Füße bekommen", sagt Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Die Situation im Nahen Osten verbessere sich nicht und es sehe derzeit nicht nach einem schnellen Ende des Krieges aus.
Innerhalb des DAX zeigt sich ein klares Bild: Nur drei der 40 Werte konnten sich dem Abwärtssog entziehen. Deutsche Börse führt mit einem Wochenplus von 4,17 Prozent, gefolgt von Scout24 mit 3,04 Prozent und SAP mit 1,04 Prozent. Fresenius Medical Care schaffte es gerade so ins Plus mit 0,08 Prozent.
Am anderen Ende der Skala stehen die Verlierer. Beiersdorf brach um 21,88 Prozent ein, Merck verlor 14,15 Prozent und Infineon 13,98 Prozent. Besonders bitter: Die Analysten der Schweizer Großbank UBS strichen heute ihre Kaufempfehlung für Infineon. Analyst Francois-Xavier Bouvignies sieht zunächst Risiken, die das Kurspotenzial einschränken sollten. Das KI-Umsatzziel bis 2027 lasse nur wenig Luft nach oben.
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Profiteure der Krise sind einmal mehr Rüstungsaktien. Rheinmetall legte heute knapp drei Prozent zu und gehört damit zu den wenigen Lichtblicken im Index.
Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, geht in seinem Basisszenario von einem eher kurzen, höchstens dreimonatigen Krieg aus. "Ein viel schnelleres Kriegsende erscheint uns weniger realistisch, eine viel längere Dauer mit etwa einer monatelangen Schließung der Straße von Hormus Stand heute ebenfalls", erklärt Greil.
Solange die geopolitische Unsicherheit anhält, dürfte der DAX volatil bleiben. Die März-Tiefs bei rund 23.600 Punkten werden aktuell getestet. Seit dem Hoch Ende Februar bei circa 25.400 Punkten summiert sich der Rückgang damit auf fast 2.000 Punkte. Die Bären haben klar das Ruder übernommen – und die nächsten Tage werden zeigen, ob die Unterstützung bei 23.000 Punkten hält.
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